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10.06.2015

Kampf gegen Cyberkriminalität Experte warnt vor Gesetzeslücken

Deutschland habe „keine gut funktionierende Strafverfolgung dafür.“

Berlin – Der Berufshacker Götz Schartner warnt in der aktuellen „Zeit Campus“ vor juristischen Lücken im Kampf gegen Cyberkriminalität: Deutschland habe „keine gut funktionierende Strafverfolgung dafür und nur mit wenigen Ländern Rechtshilfevereinbarungen. Das heißt, man kann nicht gegen Hacker etwa aus Argentinien vorgehen. In den USA oder Frankreich haben die es deutlich schwerer“, so Schartner.

Der 44-Jährige arbeitet seit 25 Jahren als sogenannter Penetrationstester und hackt legal Systeme von Unternehmen oder Behörden, um Sicherheitslücken aufzudecken. „Ein großes Rundfunkhaus kann einfacher zu hacken sein als ein Handy“, sagte Schartner. „Man hat die Wahl unter Hunderten von digitalen Türen – die Wahrscheinlichkeit, dass einige katastrophal gesichert sind, ist hoch.“

Auch Einzelpersonen könnten leicht zum Ziel von Hackern werden: „Ich kann den vollen Zugriff auf Ihr Smartphone erhalten, Ihre Identität kapern und so Ihre eBay- und Paypal-Konten übernehmen“, so Schartner gegenüber dem Studentenmagazin.

„Auf dem Schwarzmarkt bekommt man für eine digitale Identität etwa zehn bis zwölf Euro. Klingt nicht viel, ist in der Masse aber ein Vermögen.“ Seine Prognose für die kommenden Jahre: „Cyberkriminalität wird hochprofitabel bleiben.“

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