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Kaltluft aus Russland sorgt für sibirische Kälte

© dapd

31.01.2012

Wetter Kaltluft aus Russland sorgt für sibirische Kälte

35-Jährige bei Unfall getötet – Wohnungslosenhilfe fordert mehr Hilfe für Obdachlose.

Berlin – Die sibirische Kälte breitet sich in Deutschland weiter aus. Bis zum Freitag werden auch im Westen flächendeckend zweistellige Minusgrade erreicht, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Am Dienstag sorgten Eis und Schnee für zahlreiche Unfälle. Eine Frau kam nahe Stuttgart ums Leben. Angesichts des Kälteeinbruchs fordert die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) mehr Hilfsangebote für Obdachlose.

In Mehringen in Sachsen-Anhalt wurde in der Nacht zu Dienstag mit minus 16 Grad Celsius der bundesweite Tiefstwert gemessen worden, wie DWD-Meteorologin Dorothea Paetzold sagte. Im niederbayerischen Mallersdorf-Pfaffenberg lag die Temperatur bei minus 15,6 Grad. Bundesweit wurden nach Angaben des DWD Werte von minus sechs bis minus zwölf Grad erreicht. Durch den spürbaren Wind liege die gefühlte Temperatur noch niedriger, sagte Paetzold.

In Plieningen bei Stuttgart kam am Dienstag eine Autofahrerin bei einem Frontalzusammenstoß mit einem Lkw ums Leben. Die 35-Jährige hatte auf schnee- und eisglatter Fahrbahn die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren. In Rheinland-Pfalz kam es zu mehreren wetterbedingten Unfällen. Eine 18-jährige Autofahrerin wurde mit Verdacht auf innere Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht, nachdem sie sich auf glatter Fahrbahn zwischen Schifferstadt und Speyer mit ihrem Wagen überschlagen hatte.

Ein 75 Jahre alter Eissegler brach auf dem Wandlitzer See in Brandenburg ins Eis ein. Der Mann wurde von der Feuerwehr gerettet und mit einer Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht.

Nach Ansicht der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe gefährdet die Kälte besonders Obdachlose in kleineren Städten und ländlichen Regionen. Dort lasse die Anzahl und die Qualität der Notunterkünfte zu wünschen übrig, sagte BAGW-Geschäftsführer Thomas Specht der Nachrichtenagentur dapd. Dies gelte vor allem für die neuen Bundesländer.

In größeren Städten steht den Obdachlosen hingegen ein dichteres Hilfsnetz zur Verfügung, wie eine dapd-Umfrage ergab. In Düsseldorf und Köln etwa stehen jeweils mehr als 1.000 Wohn- und Schlafplätze zur Verfügung. Die sächsischen Großstädte halten in den Wintermonaten nach eigenen Angaben ebenfalls ausreichend Kapazitäten in den Notunterkünften und Nachtcafs bereit.

In Hannover wird zusätzlich die U-Bahn-Station Kröpcke geöffnet, damit Obdachlose dort übernachten können. Unter anderem in Berlin, Hannover und Frankfurt sind zudem “Kältebusse” im Einsatz. Der Einsatzwagen des Deutschen Roten Kreuzes in Berlin unterstützte seit November mehr als 1.300 Obdachlose.

Laut BAGW erfroren im vergangenen Winter mindestens vier wohnungslose Menschen in Deutschland, 2009/2010 waren es mindestens 17. Nach Einschätzung des Verbandes leben in Deutschland zurzeit 22.000 Menschen dauerhaft auf der Straße.

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