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Kagawa macht es wie Gerd Müller

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12.02.2012

Borussia Dortmund Kagawa macht es wie Gerd Müller

Slalom-Tor gegen Leverkusen – Japaner will bleiben – BVB-Boss Watzke hört das “sehr gerne”.

Dortmund – Als Shinji Kagawa am Samstag in der 89. Minute den Platz verließ, begleiteten die Fans in der Fußball-Oper von Borussia Dortmund den Ballkünstler aus Japan mit donnerndem Applaus. Für den 22-Jährigen allein hatte sich das Kommen für die mittlerweile erfolgsverwöhnten Anhänger des deutschen Meisters gelohnt, sein Tor zum 1:0-Sieg gegen Bayer Leverkusen war das gewisse Extra. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke schilderte Tags darauf nur allzu gerne noch einmal die entscheidende Szene Sekunden vor der Pause.

“Er ist unglaublich wendig. Das hat man beim Tor mit seiner Slalomeinlage gesehen. Er täuscht nach rechts, zieht dann nach links, fällt und kommt blitzschnell wieder hoch. Wie er dann im Fallen das Tor erzielt, hat mich ein wenig an Gerd Müller erinnert”, sagte Watzke, um dann noch den Vergleich mit dem Bomber der Nation einzuordnen: “Das passt zwar nicht von der Position her. Aber er ist einfach sehr, sehr torgefährlich. Mit seiner extremen Beweglichkeit und seiner Technik ist er schon eine Waffe.”

Kagawa ist nach einer langen Durststrecke schlicht wieder da, wo er in Dortmund 2010 angefangen hat. In der Hinserie in der Meistersaison hat er sich mit seinen Fähigkeiten nicht nur in die Herzen der Fans in Dortmund gespielt. Die Konkurrenz blickte auch ein wenig mit Neid auf die Tatsache, dass Sportdirektor Michael Zorc den Mittelfeldspieler für läppische 350.000 Euro verpflichten konnte. Dann die Ernüchterung, bei der Asienmeisterschaft Anfang 2011 erlitt Kagawa einen Mittelfußbruch und kämpfte im Prinzip fast die gesamte Hinrunde um die Rückkehr zu alter Stärke. Nun ist diese wieder da.

“Ich bin in Topform und spüre, dass ich läuferisch noch besser werden kann”, sagte Kagawa nach dem Spiel. Er ist in einer Zeit, in der sein kongenialer Mannschaftskollege Mario Götze seiner Form hinterherlief und mittlerweile wegen einer Reizung des Schambeins pausieren muss, der kreative Motor im Spiel des Meisters. Und wenn er auflegt und trifft, sind es meist die wichtigen Situationen. Beim 5:0 gegen den 1. FC Köln erzielte er das 1:0, beim 5:1 gegen den VfL Wolfsburg legte er das erste Tor von Götze auf und sorgte mit dem 2:0 für die Vorentscheidung. Gegen 1899 Hoffenheim traf er beim 3:1 zweimal – und war nun mit seinem siebten Saisontor Matchwinner gegen Leverkusen.

Die Zuneigung der Anhänger, die gewaltige Kulisse von in der Regel 80.000 Zuschauern und auch die sportliche Entwicklung in Dortmund gefallen dem Japaner offensichtlich so sehr, dass er sich eine vorzeitige Verlängerung seines bis 2013 laufenden Vertrages vorstellen kann. “Ich erlebe hier eine grandiose Zeit und würde mich freuen, wenn es so weiter geht. Ich will bleiben”, sagte er. Derzeit nutzt er bei seinen Aussagen noch die Hilfe eines Übersetzers. Aber irgendwann will er nicht nur den zahlreichen japanischen Journalistinnen und Journalisten Rede und Antwort stehen. Er paukt dreimal die Woche Deutsch, ein weiteres Indiz dafür, dass er wohl länger bleiben will.

“Shinji ist ein guter Junge, nicht nur als Fußballer, sondern auch als Typ. Dass er dazu noch kicken kann, finde ich ganz angenehm”, sagte Trainer Jürgen Klopp und meinte zu einem möglichen Verbleib: “Es ist ja nicht so, dass es 300 Vereine gibt, die besser sind als Borussia Dortmund. Er weiß, was er hier hat.” Vielleicht gibt es ein paar reizvollere Adressen, Interesse aus dem Ausland soll jedenfalls existieren.

In Dortmund läuft nach der Einstellung des Klubrekordes mit 15 Spielen in Folge ohne Niederlage scheinbar alles wie von selbst, auch Wünsche scheinen sich zu erfüllen. “Ich habe das gehört, ich habe auch mit ihm gesprochen. Wir hören das sehr gerne, und wir möchten das natürlich auch. Und Michael Zorc wird das in der nächsten Zeit weiter forcieren. Ansonsten gibt es wie immer bei Borussia Dortmund keine Wasserstandsmeldungen”, sagte BVB-Boss Watzke zu Kagawas Zukunft. Im neuen Jahr haben bereits Sportdirektor Zorc und Trainer Klopp ihre Verträge bis 2016 vorzeitig verlängert. Neben Kagawa will die Borussia auch mit Superstar Götze und mit dem zurzeit starken Kapitän Sebastian Kehl verlängern.

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