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Streit um Werbebotschaften

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07.02.2012

Kärcher Streit um Werbebotschaften

Reinigungsgerätehersteller Kärcher geht gegen Wettbewerber Tennant gerichtlich vor.

Stuttgart – Der Reinigungsgerätehersteller Kärcher wirft dem Wettbewerber Tennant schmutzige Werbetricks vor. Am Dienstag begann am Landgericht Stuttgart ein Prozess wegen irreführender Werbeaussagen. Kärcher beschuldigt Tennant, mit unwahren Aussagen für eine Technologie zu werben, bei der Wasser in sogenannten Scheuersauggeräten zur Nassreinigung von Bodenflächen elektrisiert wird.

Das US-Unternehmen wirbt auf seiner Webseite mit den Worten: “Die ec-H2O-Technologie aktiviert Wasser elektrisch, so dass es wie eine effektive Reinigungslösung wirkt, die besser reinigt, Geld spart, die Sicherheit erhöht und die Auswirkungen auf die Umwelt im Vergleich zu alltäglichen Bodenreinigungschemikalien reduziert.” Unter anderem der Flughafen in Frankfurt am Main setzt auf Tennant-Maschinen.

Laut Kärcher, Nummer eins unter den Reinigungsgeräteherstellern weltweit, hält die Technologie nicht, was sie verspricht. Letztlich putze Tennant auch nur mit Wasser. Sobald nämlich das elektrisierte Wasser die Geräte verlasse, handle es sich um ganz normales Wasser.

“Die Menschen wollen auf Chemie verzichten”

Der Rechtsanwalt des schwäbischen Reinigungsspezialisten, Horst Teller, sagte vor Gericht, die Aussagen verzerrten den Wettbewerb, weil sie einen Zeitgeist bedienten. “Die Menschen wollen auf Chemie verzichten, deswegen sprechen sie ja auch auf die Werbung an.” Wasser habe in der Tat eine gute Reinigungswirkung. Diese stoße aber an eine Grenze, sobald es um nicht wasserlösliche Stoffe wie Fette und Öle gehe.

Der Anwalt von Tennant, Marcus Sacr, argumentierte, die Werbung könne gar nicht irreführend sein, da sie sich an eine Fachkundschaft wende, die sich nicht irreführen lasse. Für die normale Unterhaltsreinigung reiche die Technik aus. Für stärkere Verschmutzungen halte auch Tennant entsprechende Lösungen mit Reinigern bereit.

Der Vorsitzende Richter Stefan Vatter ließ den Ausgang des Verfahrens offen. Das Fraunhofer-Institut habe der Technologie im Auftrag von Tennant in der Tat eine etwas bessere Reinigungskraft bescheinigt. Kärcher holte seinerseits ein Gutachten bei Andreas Dreusch vom Karlsruher Prüflabor Micromol ein, der gerade einmal eine gleichstarke Wirkung wie bei herkömmlichem Leitungswasser feststellte.

Möglicherweise müsse ein weiteres technisches Gutachten in Auftrag gegeben werden, sagte Vatter. Einen Verkündungstermin für ein Urteil legte er auf den 27. April.

Kärcher geht gegen die US-amerikanische Firma neben dem Prozess in Deutschland auch an deren Europasitz in Belgien gerichtlich vor. Zudem haben die Winnender auf dem wichtigen Markt in Großbritannien die zuständigen Behörden eingeschaltet.

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