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Kachelmann vor Journalisten ins Ausland geflüchtet

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09.06.2011

Jörg Kachelmann Kachelmann vor Journalisten ins Ausland geflüchtet

Hamburg – Der von der Anklage der Vergewaltigung freigesprochene Wettermoderator Jörg Kachelmann ist nach seinem Freispruch ins Ausland „geflüchtet“. Er habe ein kleines Häuschen in einer ländlichen Gegend angemietet, berichtet die „Zeit“, der er das erste Interview nach dem Urteil gab. Er habe sich vergewissert, dass die Nachbarn dort nicht wüssten, wer er sei.

Nach dem Freispruch sei er von Paparazzi auf Motorrädern verfolgt worden, die sich zunächst nicht hätten abschütteln lassen. Nachdem er das Auto seiner Anwältin verlassen habe, sei er zunächst durch ein Bürogebäude geirrt und dann von ihm fremden Angestellten in einem anderen Fahrzeug, auf dem Rücksitz liegend und mit einer Fitness-Gummimatte bedeckt, nach draußen geschleust worden.

In dem abgelegenen Häuschen schreibe er an einem Buch, dass bald herauskomme und den Namen „Mannheim“ tragen soll. Es sei sein Versuch, sich in den Kampf gegen die Leute zu begeben, die ihn in den Knast bringen wollten. Er frage sich permanent, ob hinter dem nächsten Busch ein „Leser-Reporter“ der „Bild-Zeitung“ lauere. Deswegen benutze er sein Handy auch nur sehr selten, weil er fürchte, von technisch versierten Profis zu lokalisieren zu sein, so Kachelmann weiter gegenüber der „Zeit“. Es habe ihn ein „Bild“-Reporter angerufen und er vermute, „dass er nur den Ton des Freizeichens auf meinem Handy hören wollte, um die diese Weise meinen ungefähren Aufenthaltsort einkreisen zu können“. Er freue sich jetzt „auf ein Leben ohne Handy“.

Darüber hinaus meide er Hotels und achte darauf, was er in den Müll werfe. Er werde in Zukunft Baden-Württemberg meiden und wolle nicht mehr am Frankfurter Flughafen landen, weil er dort verhaftet worden war. Zudem habe er Bescheidenheit gelernt, auch in der Economy-Klasse von Flugzeugen gebe es ein Leben. „Ich bin sicher, dass die Boulevardmedien überall U-Boote haben. In allen wichtigen Organisationen haben die einen sitzen, damit er mal kurz in den Computer guckt“, so Kachelmann. Wenn er in einer Maschine geflogen sei, die nicht zur „Star Alliance“ gehöre, habe ihn noch nie ein Paparazzo am Flughafen erwartet.

„Ich leide wirklich nicht unter Verfolgungswahn“, fügte Kachelmann hinzu, er sei aber überzeugt, dass Boulevardzeitungen Kontakte bei Handyprovidern hätten und so herausfinden können, von wo er gerade telefoniere. 97 Prozent seines Bekanntenkreises habe er während der letzten Monate verloren. Die anderen drei Prozent hätten sich unter anderem dadurch ausgezeichnet, dass sie ihm ins Gefängnis geschrieben hätten.

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