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Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

© Deutscher Bundestag / Thomas Koehler / photothek.net

09.01.2013

Gescheitertes Forschungsprojekt Justizministerin fordert Aufklärung von Zollitsch

Vorwurf sollte schnell aus der Welt geschafft werden.

Berlin – Nach dem Scheitern des Forschungsprojekts zur Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche hat Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) vom Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, Aufklärung gefordert. Der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstagsausgabe) sagte sie: „Der Vorwurf, Zensur und Kontrollwünsche behinderten eine unabhängige Aufarbeitung, sollte durch den Vorsitzenden der Bischofskonferenz schnell aus der Welt geschafft werden.“

Zuvor hatte die Kirche den Vertrag mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KfN) über eine Untersuchung von Tätern und Opfern anhand von Kirchenakten, Fragebögen und Interviews gekündigt und dies mit einem zerrütteten Verhältnis mit dem KfN-Direktor Christian Pfeiffer begründet.

Leutheusser-Schnarrenberger stellte sich hinter das Institut. „Das KFN Niedersachsen ist eines der ersten Adressen, um eine unabhängige wissenschaftliche Aufarbeitung auf Grundlage der Personalakten seit 1945 vorzunehmen“, sagte sie. „Es ist ein notwendiger und überfälliger Schritt, dass sich die katholische Kirche öffnet und erstmals kirchenfremden Fachleuten Zugang zu den Kirchenarchiven ermöglicht. Die dramatischen Erschütterungen des Jahres 2010 dürfen nicht in einer halbherzigen Aufarbeitung versickern.“

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