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Jury des Ophüls-Festivals kritisiert Filmförderung

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19.01.2012

Max Ophüls Preis Jury des Ophüls-Festivals kritisiert Filmförderung

Geißendörfer: Situation für Nachwuchs ist “beschissen”.

Saarbrücken – Die Jury des renommierten Saarbrücker Festivals “Max Ophüls Filmpreis” hat die staatliche Filmförderung für den jungen deutschen Film kritisiert. Besonders schwierig sei die Situation beim Verleih, sagte Regisseur Johannes Naber am Donnerstag bei der Jury-Pressekonferenz des 33. Kinofestivals. “Im Verhältnis geben die Filmförderanstalten 95 Prozent für die Produktion und nur fünf Prozent des Geldes für den Verleih”, fügte er hinzu.

Naber hatte mit seiner Produktion “Der Albaner” im vergangenen Jahr den Hauptpreis gewonnen. Der Film sei mit lediglich 17 Kino-Kopien gestartet.

Als “beschissene Situation” beschrieb Filmproduzent und Jury-Mitglied Hans W. Geißendörfer die Lage für den deutschsprachigen Nachwuchsfilm. “Ein amerikanischer Film kommt gleich mit 500 bis 700 Kopien ins Kino. Deutsche Nachwuchsfilme starten oft mit zehn bis 30 Kopien und haben maximal 250.000 Euro für die Werbung”, sagte der Erfinder der Fernsehserie “Lindenstraße”. Das entspräche gerade einmal zehn Prozent dessen, was für Filme aus den USA bereit stünde. Diese Bedingungen führten dazu, dass viele Produktionen von Nachwuchsregisseuren vom Publikum gar nicht erst wahrgenommen werden könnten.

Geißendörfer führte als Beispiel an, dass er für seine Produktionen nur noch in maximal fünf deutschen Großstädten werben lässt. “Für die Provinz, und dazu zählt dann auch Saarbrücken, ist einfach kein Geld da”, betonte er.

Qualitativ müsse sich der deutschsprachige Film nach Ansicht der Jury jedoch nicht verstecken. “Es gibt in Deutschland, der Schweiz und Österreich eine respektable Filmlandschaft”, sagte Naber. Dies würden auch die Wettbewerbsbeiträge des diesjährigen Festivals zeigen. 16 Filme bewerben sich um den begehrten Nachwuchspreis, der als Sprungbrett für junge Talente gilt. Eine Erfahrung, die auch Naber machte. “Der Ophüls-Preis war für mich ein entscheidender Schub. Dadurch bin ich jetzt in der Lage, mir meine Themen auszusuchen und die Türen gehen einfach leichter auf.”

Das 33. Ophüls-Festival hat am 16. Januar begonnen und dauert noch bis Sonntag (22. Januar). Gezeigt werden rund 160 Filme, darunter 33 Uraufführungen, mehr als 800 Filme wurden insgesamt für den Wettbewerb eingereicht. Im vergangenen Jahr kamen fast 40.000 Besucher zur Saarbrücker Wettbewerbswoche.

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