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Comeback Jürgen Brähmers Comeback mit Fragezeichen

21 Monate lange Ringpause endet am Samstag – Universum braucht das deutsche Aushängeschild.

Hamburg – Es war der 24. April 2010: Der amtierende WBO-Weltmeister Jürgen Brähmer verteidigte zum zweiten Mal seinen Titel. Gegen den Argentinier Mariano Nicolas Plotinsky zeigte er seine ganze Klasse, gewann in der fünften Runde durch einen technischen K.o. – 21 Monate ist das nun her. Seitdem ist der 33-Jährige nicht mehr für einen Kampf in den Ring geklettert.

Wegen Krankheit und Verletzungen musste der Halbschwergewichtler drei Kämpfe in Folge absagen. Oder hatte sich der Schweriner gedrückt – aus Angst vor Niederlagen? Das warf ihm jedenfalls der ehemalige Universum-Chef Klaus-Peter Kohl unterschwellig vor. So oder so, die Konsequenz der Absagen war der Verlust des Weltmeistertitels.

Am Samstag gibt der Rechtsausleger nun sein Comeback. Im Elysee Grand Hotel in Hamburg trifft der 33-Jährige auf Jose Maria Guerrero aus Spanien. Die lange Ringpause ist laut Brähmer kein Problem. “Ich habe mich trotzdem weiter fit gehalten”, erklärt er, “die ersten Sparringsrunden waren etwas schwierig, mir fehlte noch das Timing. Aber nun bin ich zufrieden mit mir.”

Bei Trainer Michael Timm klingt das ein bischen anders: “Er hat fast zwei Jahre nicht geboxt. Wenn es im Kampf nicht so gut läuft wie in der Vorbereitung, kann man in die Unzufriedenheit reinrutschen.” Im Training musste sein Schützling erneut lernen, sich zu kontrollieren und Siege nicht mit Gewalt erzwingen zu wollen.

Seit mehr als zwölf Jahren ist Brähmer im Profigeschäft. Er galt als Jahrhunderttalent, als potenzieller Superstar. Zu oft aber stand er sich selber im Wege. Wegen Körperverletzung und Unfallflucht wurde er im Jahre 2002 zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Weitere Anzeigen wegen Körperverletzung folgten über die Jahre. “Man zieht seine Lehren daraus”, sagt Brähmer heute. “Aber ich bin nun schon lange ein freier Mann. Für mich spielen diese alten Geschichten keine Rolle mehr.”

Dass seitdem ein Schläger-Image an ihm haftet, stört ihn nicht. Zumal es auch eine andere, eine soziale Seite von Jürgen Brähmer gibt: Seit Jahren unterstützt er ein PPP-Projekt in der Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel. Unter der Marke Santa Fu werden Waren hergestellt, deren Erlöse unter anderem an die Opferschutzorganisation Weißer Ring gehen. “Das ist ein einzigartiges Projekt. Ich würde mir wünschen, dass auch in anderen Bundesländern solche Projekte umgesetzt werden”, erklärt der Boxer.

Als Typ und Name ist der Mecklenburger immer noch präsent. Auch deshalb wollte ihn der neue Universum-Chef Waldemar Kluch unbedingt wieder in seinem Team haben: “Jürgen ist ein Typ, der dem Boxen zuletzt gefehlt hat.” Von einer niedrigen sechsstelligen Gage ist für den Aufbaukampf am Samstag über acht Runden zu hören – das ist fürstlich. Kluch will mit Universum wieder durchstarten und im Sommer “Vollgas” geben. Um gut dotierte Fernseh- und Sponsorenverträge abzuschließen, braucht er auch starke deutsche Boxer. Jürgen Brähmer soll neben Sebastian Zbik einer davon sein. Nun muss er nur noch beweisen, dass er immer noch der Alte ist – auch nach 21 Monaten.

27.01.2012 © dapd / newsburger.de

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