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Jüdische Fakultät bleibt Thema in Brandenburg

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26.01.2012

Judentum Jüdische Fakultät bleibt Thema in Brandenburg

Ministerin und Rabbiner verabreden weitere Schritte.

Potsdam – Brandenburg hat offenbar weiterhin Chancen auf die Gründung einer Jüdischen Fakultät an der Universität Potsdam. Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (parteilos) und der Rektor des Abraham Geiger Kollegs, Walter Homolka, haben sich nach Angaben des Ministeriums am Donnerstag “über das gemeinsame Ziel einer institutionalisierten jüdischen Theologie verständigt”. Beide hätten die für eine Anbindung der jüdischen Theologie an eine Hochschule notwendigen Schritte beraten und vereinbart, sagte ein Ministeriumssprecher in Potsdam.

Homolka hatte das Land zuletzt scharf für seine angeblich zögerliche Haltung kritisiert und mit der Abwanderung nach Thüringen oder Bayern gedroht. Er sprach nach dem Treffen mit Kunst von einer sachlichen Atmosphäre. Die Ministerin betrachte die Vorarbeiten als “im Plan”. Er habe aber nochmals betont, dass sich das Abraham Geiger Kolleg seit November 2011 in einem offenen Sondierungsprozess mit Erlangen (Bayern), Erfurt (Thüringen) und Potsdam befinde. Die Qualität der Verhandlungsergebnisse für alle drei Standorte würden zu einem späteren Zeitpunkt durch das Kolleg bewertet.

Laut Homolka haben beide Seiten noch offene Fragen gesehen. So müsse ein gemeinsamer Vorschlag von Universität Potsdam und Abraham Geiger Kolleg für eine künftige Zusammenarbeit vorgelegt werden. Das werde ab Ende Januar in einem Arbeitskreis an der Uni diskutiert.

Ferner müsse die Finanzierung der für die Fakultät nötigen Stellen durch das Land Brandenburg gesichert werden. Auch müsse eine geeignete Form der Mitwirkung der Religionsgemeinschaft gewährleistet werden. Zudem müssten Fragen der Unterbringung von Fakultät und Kolleg geklärt werden, sagte der Rabbiner.

In Brandenburg gibt es bislang ein Institut für Jüdische Studien und das Abraham Geiger Kolleg. Beide Einrichtungen gehören zur Universität Potsdam. Homolka hatte die rot-rote Landesregierung erst Anfang November zu einer Entscheidung zur Einrichtung einer eigenständigen jüdischen Fakultät gedrängt. Es sei ein “politischer Willensakt in nächster Zeit” nötig.

Zum Jahreswechsel hatte das Abraham Geiger Kolleg den Druck auf Brandenburg weiter erhöht. Anfang des Monats reichte das Rabbiner-Seminar seine Vorstellungen zur Gründung einer jüdischen Fakultät in Thüringen ein. Anschließend sprach Homolka mit Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU). Diese hatte sich bereits bei einer Israelreise im Dezember für die Ansiedlung einer Jüdischen Fakultät in Thüringen ausgesprochen.

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