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02.12.2009

Jeff Bridges im Interview: „Natürlich hatte ich meine wilden Zeiten“

München (ots) – Das entspannte Genie: Jeff Bridges wird 60 und hat sich gerade mal wieder selbst übertroffen. Als Countrysänger in ‚Crazy Heart‘ ist er oscarverdächtig wie nie. Zu Ehren seines Geburtstags zeigt Tele 5 Bridges in zwei großartigen Spätwestern.

7.12., 22.15 Uhr ‚Wild Bill‘ und 00.15 Uhr ‚In schlechter Gesellschaft‘

Wenn Sie auf Ihre bisherige Karriere zurückblicken, haben Sie einen Lieblingsfilm?

Jeff Bridges: ‚Die fabelhaften Baker Boys‘, weil ich da zusammen mit meinem Bruder Beau gespielt habe. Das war ein ganz wunderschönes Erlebnis. Es war auch der Lieblingsfilm meiner Eltern. Beau und ich sind uns sehr nahe und wir würden gern mal wieder zusammen arbeiten.

Gibt es andere Filme, die Ihnen viel bedeuten?

Mein allererster Kinofilm ‚Die letzte Vorstellung‘. Ich erinnere mich bis heute noch an jeden Drehtag. Es ist ein Film, der die Zeiten überdauert. Komisch: Jetzt komme ich langsam in das Alter, in dem ich mich frage, was von mir bleibt, wenn ich tot bin. ‚The Big Lebowski‘ bedeutet mir auch sehr viel. Ich muss zugeben: In der Figur des Dude steckt Einiges von mir selbst…

Sie kiffen viel?

[Lacht] Oh, dazu möchte ich lieber nichts sagen. Man soll ja kein schlechtes Vorbild sein… Aber ich hatte natürlich meine wilden Zeiten. Ich finde auch, die darf jeder haben, schon um beurteilen zu können, was er vielleicht nicht will. Man muss nur irgendwann den Absprung schaffen. Und das habe ich, schon allein wegen meiner Kinder.

Was haben Sie noch mit dem „Dude“ gemeinsam?

Ich habe es gern bequem und bin im Grunde ein sehr einfacher, umgänglicher Mensch. Aber ich kann auch hartnäckig sein. Man darf mich nicht ärgern. Und wissen Sie, was noch von mir in der Rolle ist? Die Kostüme, die ich trage, sind fast alles Stücke aus meinem eigenen Kleiderschrank! Glauben Sie mir: Ich stehe heute noch auf diese Hippie-Klamotten, leicht, locker und wallend, Schlabberlook – Hauptsache bequem. Ich muss ja damit nicht auf den Laufsteg. Aber das würde ich auch machen, wenn es sein muss. Feine Anzüge sind nicht mein Ding.

Spüren Sie das Alter? Macht Ihnen Ihr Beruf noch Spaß?

Ich denke immer daran, dass ich Kunst machen will, also etwas Besonderes und immer etwas Neues – das Spielen darf keine Routine werden. Auch jetzt nach vielen Jahren liebe ich meine Arbeit noch wie am ersten Tag. Und ich will mich nicht festlegen lassen, sondern gegen die Stereotypen anspielen. Wie mein Vater. Er hat im hohen Alter noch in Filmklamotten wie ‚Airplane‘ gespielt – deshalb kennen ihn jetzt Jüngere als Komiker. Und warum auch nicht?

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