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Jede 10. Stelle in deutscher Bussparte in Gefahr

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12.03.2012

Daimler Jede 10. Stelle in deutscher Bussparte in Gefahr

Ergebnis und Umsatz gingen 2011 trotz Absatzplus zurück – Wachstumsprogramm gestartet.

Stuttgart – Bei Daimlers Bussparte kommen trotz eines Absatzwachstums 2011 die Stellen in Deutschland auf den Prüfstand. „Wir werden jeden Stein umdrehen und nichts aussparen“, kündigte der Leiter von Daimler Buses, Hartmut Schick, am Montag in Stuttgart an.

Mit einem neuen Effizienzprogramm namens „Globe 2013“ solle die Expansion in neue Märkte, mit neuen Produkten, Technologien und Dienstleistungen vorangetrieben werden. Allerdings werden an den deutschen Standorten Mannheim und Neu-Ulm auch bis zu zehn Prozent der derzeit 7.300 Stellen infrage gestellt.

Schick kündigte unter anderem eine Verkaufsoffensive an. „Da unsere Großkunden verstärkt länderübergreifend einkaufen, werden wir beispielsweise unsere Vertriebsorganisation entsprechend aufstellen“, sagte er. In der Produktion strebt Daimler Buses einen europäischen Verbund an. Die Standorte sollen besser vernetzt werden, um die Kapazitäten möglichst effizient auszunutzen.

Daimler verkaufte 2011 knapp 40.000 Busse und damit zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Wachstum entsprach der Marktentwicklung bei Bussen insgesamt. Weltweit wurden rund 311.000 Busse abgesetzt, ebenfalls ein Zuwachs von zwei Prozent. Damit war Daimler weltweit nach eigenen Angaben Marktführer bei Bussen über acht Tonnen.

Vor allem weil sich die öffentliche Hand in Westeuropa und Nordamerika zurückhielt, sank das operative Ergebnis aber um ein Viertel auf 162 Millionen Euro. Zudem zog laut Schick zwar die Nachfrage nach Fahrgestellen dynamisch an. Gleichzeitig fiel die Nachfrage nach den deutlich umsatzstärkeren Komplettbussen zurück. Der Umsatz lag mit 4,4 Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahresniveau von 4,6 Milliarden Euro.

Besonders gut liefen die Geschäfte in Lateinamerika. Der Verkauf von Fahrgestellen stieg um acht Prozent auf 25.000 Stück. Der Zuwachs in der Türkei war mit 55 Prozent besonders deutlich, insgesamt verkaufte Daimler dort 1.100 Busse und Fahrgestelle.

Schick betonte den Anspruch, die Position als Nummer Eins auszubauen. Wachstumspotenzial sieht er unter anderem im chinesischen und indischen Markt. Der Markt kommt laut Daimler aktuell auf ein Volumen von rund 46.000 Bussen pro Jahr. Für das Jahr 2020 erwarten Experten ein Wachstum auf etwa 80.000 Einheiten. In China soll sich das Volumen im gleichen Zeitraum von derzeit mehr als 100.000 Einheiten auf rund 150.000 erhöhen.

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