Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Panorama - newsburger.de

Rettungskräfte

©  Japanisches Verteidigungsministerium über dpa

29.09.2014

Vulkanausbruch in Japan Giftige Gase erschweren Bergung der Opfer

Noch immer gelten einige Wanderer als vermisst.

Nagano – Giftige Gase erschweren die Bergung von Dutzenden Opfern am ausgebrochenen Vulkan Ontakesan in Japan. Die Arbeiten gehen nur schleppend voran. Schätzungen gehen von mindestens 36 Toten aus. Bis zum Montag konnten erst zwölf Leichen mit Helikoptern vom Berg geholt werden. Noch immer gelten einige Wanderer als vermisst, darunter ein elfjähriges Mädchen.

Experten warnen derweil vor weiteren Eruptionen. Etwa 540 Polizisten, Feuerwehrleute und Soldaten waren am Morgen an den 3067 Meter hohen Berg zurückgekehrt, um die Bergung der Leichen und die Suche nach möglichen weiteren Opfern fortzusetzen. Ihren gefährlichen Einsatz mussten sie später erneut abbrechen. Am Dienstag wollen sie weitermachen.

Für die Angehörigen der auf dem Gipfel zurückgebliebenen Opfer wird das lange Warten zur furchtbaren Qual. Eltern und Freunde fanden sich in Orten am Fuße des Berges ein, darunter auch die Eltern des vermissten Mädchens. Sie seien vollkommen erschöpft, glaubten aber weiter fest daran, dass ihre Tochter lebe, sagte der stellvertretende Leiter der Schule des Mädchens einem Reporter. „Wir hoffen nur, dass sie heil wieder zurückkommt“.

Das Kind war Medienberichten zufolge mit einer Wandergruppe auf den Ontakesan gestiegen und befand sich vermutlich zum Zeitpunkt des Ausbruchs nahe des Gipfels. Ein Vater, der seinen 26-jährigen Sohn ebenfalls vermisst, brach vor laufenden Kameras weinend zusammen.

Furchtbar ist das Erlebnis auch für die Wanderer, die die Katastrophe überlebten und mit ansehen mussten, wie andere zurückblieben. Takahiro Suzuki (35) befand sich zusammen mit Freunden am Gipfel, als der Vulkan ausbrach. Kurz darauf wurde alles dunkel um sie herum. Eine frühere Studienkollegin sei bewusstlos umgefallen, schilderte er einem Zeitungsreporter. Ihr Bein, das von einem Stein getroffen worden sei, sei entstellt gewesen und habe stark geblutet.

Er sei nicht mehr in der Lage gewesen, sie zu einer nahen Hütte zu bringen. Er habe sie verbunden und Herzmassagen vorgenommen und sie angefleht: „gambare, gambare“, (halte durch, halte durch). Doch plötzlich habe er gemerkt, wie ihr Herz aufhörte zu schlagen. „Ich habe getan, was ich konnte, aber (…) ich hoffe, sie wird geborgen“, sagte der Japaner unter Tränen. „Solange ich das nicht weiß, kann ich nicht nach Haus.“

Der 200 Kilometer westlich von Tokio gelegene Vulkan war am Samstag plötzlich ausgebrochen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich bei schönstem Wetter viele Wanderer auf dem beliebten Berg aufgehalten. Besonders im Herbst, wenn sich das Laub der riesigen Wälder im ganzen Land wunderschön färbt, zieht es viele Japaner auf den Ontakesan und andere Berge. Obwohl Japan mit seinen hochmodernen Frühwarnsystemen als weltweit führend gilt, war der Ausbruch des Vulkans nicht vorhergesehen worden.

Wissenschaftler erklären, dass es sich am Ontakesan um eine sogenannte Wasserdampfexplosion gehandelt habe. Dabei wird Grundwasser im Berg von Magma erhitzt und schießt plötzlich aus dem Vulkan heraus. Diese Art von Explosionen vorherzusagen sei grundsätzlich schwierig.

Zwar hatte die Meteorologische Behörde seit etwa Mitte des Monats vermehrte vulkanische Beben am Gipfel des Ontakesan registriert, was den umliegenden Gemeinden auch mitgeteilt wurde, wie der TV-Sender NHK meldete. Allerdings seien keine auffallenden Bewegungen der Erdkruste festgestellt worden. Als Warnstufe galt weiter die unterste Stufe.

Anders als diesmal habe es beim vorherigen Ausbruch des Ontakesan vor sieben Jahren viele Hinweise auf einen möglichen, bevorstehenden Ausbruch gegeben, sagte Yasuo Sekita, Leiter der Vulkanabteilung bei der Meteorologischen Behörde, dem Sender NHK. So habe es nicht nur vulkanische Beben, sondern zusätzlich auch Beben mit anderen Wellenlängen gegeben. „Daher war es (diesmal) schwierig, anhand der Phänomene im Vorfeld den Ausbruch vorherzusagen“, so Sekita weiter.

Da weiter die unterste Warnstufe galt, sahen die betroffenen Gemeinden im Umkreis des Ontakesan Medienberichten zufolge keinen Handlungszwang. Lediglich ein Dorf soll die Informationen über die vermehrten Beben an die Hütten am Berg weitergeleitet haben. „Wir dachten nicht, dass man anlässlich dieser Informationen besondere Maßnahmen ergreifen muss“, erklärte ein Gemeindevertreter laut NHK. Nun wollen die Gemeinden zusammen mit der Meteorologischen Behörde und Vulkanexperten überlegen, ob es Verbesserungsmöglichkeiten gibt.

In Japan gelten derzeit 110 Vulkane als aktiv. Dazu zählt auch der heilige Berg Fuji. Dennoch steigen jedes Jahr im Sommer zwischen Juli und August im Durchschnitt 300 000 Menschen auf den 3776 Meter hohen Berg, darunter auch viele ausländische Touristen.

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
WhatsApp

© dpa / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/japan-giftgase-stoppen-helfer-nach-dem-vulkanausbruch-in-japan-72803.html

Weitere Meldungen

Coronavirus

© über dts Nachrichtenagentur

VFA-Präsident Corona-Impfstoff-Entwicklung macht Fortschritte

Die Entwicklung eines Impfstoffes im Kampf gegen die Lungenkrankheit Covid-19 macht Fortschritte: Nach Angaben des Präsidenten des Verbands Forschender ...

Tabletten

© über dts Nachrichtenagentur

Covid-19-Pandemie EU befürchtet Verknappung bei Medikamenten für Intensivpatienten

In deutschen Kliniken drohen die Medikamente knapp zu werden, die zur Behandlung schwer erkrankter Covid-19-Patienten auf Intensivstationen benötigt ...

US-Flagge

© über dts Nachrichtenagentur

Coronavirus Über 10.000 Tote in den USA

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus ist in den Vereinigten Staaten auf insgesamt 10.335 angestiegen. Das geht aus Daten der Johns ...

Coronavirus PEI verlangt schnellere Suche nach Antikörper-Therapie

Deutschlands Medikamentenzulassungsbehörde Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat die Universitäten aufgefordert, schneller nach einer Antikörper-Therapie gegen ...

Johns-Hopkins-Universität Über eine Million Corona-Nachweise weltweit

Weltweit gibt es seit Donnerstag über eine Million nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität hervor, ...

Johns Hopkins University Zahl der Corona-Infektionen steigt in den USA auf über 200.000

Die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist in den Vereinigten Staaten auf 203.608 gestiegen. Das geht aus Daten der Johns Hopkins ...

Coronavirus Wieder über 150 Tote innerhalb eines Tages in Deutschland

Seit Dienstagabend hat es in Deutschland wieder über 150 Todesopfer innerhalb von 24 Stunden durch das neuartige Coronavirus gegeben. Nach Recherchen der ...

Großbritannien Zahl der Corona-Infektionen steigt auf über 29.000

Die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist in Großbritannien auf 29.474 gestiegen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem ...

Spanien Über 100.000 Corona-Infektionen

Nach den USA und Italien ist die Zahl der Coronavirus-Infektionen seit Mittwoch auch in Spanien sechsstellig. Die Gesamtzahl stieg seit Dienstag um 8,2 ...

Corona-Krise Arzneimittel-Importeure warnen vor Medikamentenengpässen

Die Arzneimittel-Importeure warnen vor einer Verschärfung der Medikamentenengpässe in Deutschland. "Die Knappheit einzelner Medikamente hat sich durch die ...

Italien Über 100.000 Corona-Infektionen

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen ist in Italien seit Montag sechsstellig. Die Gesamtzahl stieg allerdings seit Sonntag "nur" noch um rund vier Prozent ...

EU-Gesundheitskommissarin Schutzmasken schützen nicht sicher

Die EU-Kommission geht davon aus, dass das Tragen einer Schutzmaske in der Öffentlichkeit nicht sicher vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützt. ...

Soziologin Spareffekt der Zeitumstellung nicht bewiesen

Die Soziologin Elke Großer zweifelt an der Sinnhaftigkeit der europäischen Zeitumstellung. "Sinn dieser Zeitumstellung war es eigentlich, Energie zu ...

Corona-Krise Hilfsorganisation befürchtet Millionen Tote in Afrika

Die Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer hat vor dramatischen Auswirkungen einer Ausbreitung des Coronavirus auf dem afrikanischen Kontinent gewarnt. "Eine ...

RKI-Chef Zustände wie in Italien auch in Deutschland möglich

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, hält es nicht für ausgeschlossen, dass es im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie auch in ...

Sommerzeit Uhren wurden umgestellt

In der Nacht auf Sonntag hat wieder die Sommerzeit begonnen. Um 2 Uhr MEZ wurden die Uhren auf 3 Uhr MESZ gestellt. Damit beginnt die 41. Sommerzeitperiode ...

Coronavirus Zahl der Toten in Italien steigt auf über 10.000

In Italien ist die Zahl der Corona-Todesopfer seit diesem Wochenende fünfstellig. Von Freitag auf Samstag stieg die Zahl der Toten um 889 oder zehn Prozent ...

Politologe Ausgangssperren in Frankreich zehren an Nerven

Der Politologe Henrik Uterwedde vom Deutsch-Französischen Institut in Ludwigsburg sieht die Ausgangssperren in Frankreich in Folge der Coronakrise als eine ...

Coronavirus Erster Toter in Mecklenburg-Vorpommern – 400 bundesweit

Nachdem es bereits Covid-19-Todesfälle in allen anderen Bundesländern gab, hat am Samstag auch Mecklenburg-Vorpommern einen ersten Sterbefall gemeldet, der ...

WHO Corona-Impfstoff in frühestens 1,5 Jahren

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet mit einem Impfstoff gegen das Coronavirus frühestens in 1,5 Jahren. Bis dahin müsse an Therapeutika ...

Italien Fast tausend Corona-Tote innerhalb 24 Stunden

In Italien sind von Donnerstag bis Freitag fast 1.000 Menschen an einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das geht aus Zahlen der italienischen ...

Bericht USA haben China bei Corona-Infiziertenzahl überholt

Die USA sind seit Donnerstag das Land mit der weltweit höchsten Zahl an offiziell bestätigten Coronavirus-Infektionen. Das geht aus Daten der ...

Offizielle Corona-Zahlen Italien zieht mit China gleich

Italien hat laut offizieller Coronavirus-Zahlen bei der absoluten Anzahl von Infektionen mit mit China fast gleichgezogen. Laut der am Donnerstagabend ...

Corona-Krise Zahl der Infektionen steigt langsamer – Ursache unklar

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Deutschland steigt langsamer. Laut Abfrage der dts Nachrichtenagentur bei den Landesministerien, Städten und ...

Coronavirus-Pandemie Abriegelung der chinesischen Provinz Hubei wird aufgehoben

Die wegen der Coronavirus-Pandemie angeordnete Abriegelung der chinesischen Provinz Hubei wird weitgehend aufgehoben. Gesunde Bürger sollen die Provinz ab ...

Corona-Pandemie Welthungerhilfe befürchtet viele Toten in Afrika

Die Welthungerhilfe warnt vor drastischen Auswirkungen der Corona-Krise in Afrika und Entwicklungsländern. "Es ist davon auszugehen, dass wir in den ...

Berichte Mehrere Verletzte bei Erdbeben in Kroatien

In Kroatien sind am frühen Sonntagmorgen dutzende Menschen bei einem mittelstarken Erdbeben verletzt worden. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend ...

US-Berichte Klinikstudie für Coronaimpfstoff startet schon Montag

Am Montag startet laut Berichten von US-Medien bereits eine Klinikstudie für einen möglichen Impfstoff gegen das Coronavirus. Eine erste Dosis werde am ...

Coronavirus-Pandemie RKI erklärt drei US-Bundesstaaten zum Risikogebiet

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat in der Coronavirus-Pandemie am Sonntag auch die US-Bundesstaaten Kalifornien, Washington und New York zum Risikogebiet ...

Corona-Pandemie RKI erklärt Madrid und Bundesland Tirol zum Risikogebiet

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat in der Corona-Pandemie nun auch Madrid und das österreichische Bundesland Tirol zum Risikogebiet erklärt. Zuvor waren ...

Corona-Krise Italien schließt alle Läden – Nur Apotheken und Supermärkte offen

Italien schließt wegen der Corona-Krise vorerst alle Läden, außer Apotheken und Supermärkten. Das sagte Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte am ...

Coronavirus WHO ruft Pandemie aus

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht im Zuge der Coronakrise jetzt offiziell von einer "Pandemie". Es gebe rund 118.000 bestätigte Infektionen in ...

Coronavirus RKI will ganz Italien als Risikogebiet einstufen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) will ganz Italien als Risikogebiet einstufen. Das kündigte RKI-Chef Lothar Wieler am Dienstagvormittag in Berlin an. Der ...

10 Coronavirus-Fälle in Deutschland Patienten in Bayern wohlauf

Mit den zwei neuen Coronavirus-Fällen unter den Passagieren des Evakuierungsfluges steigt die Gesamtzahl der Infektionen in Deutschland auf zehn. Außerdem ...

London Zwei Verletzte bei Terror-Attacke in London – Täter erschossen

Bei einer mutmaßlichen Terrorattacke im Süden Londons sind am Sonntag zwei Personen verletzt worden. Das teilte die Polizei am Nachmittag mit. Über die ...

Terrorverdacht Londons Polizei stoppt Mann nach Messerstecherei

In London hat die Polizei einen Mann niedergeschossen, der zuvor mit einem Messer auf mehrere Personen eingestochen haben soll. Über mögliche Tote oder ...

Bericht 143 Deutsche in 37 Staaten verschleppt

Seit 2010 sind 143 Fälle bekanntgeworden, in denen Deutsche im Ausland entführt wurden. Das berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe ...

Niederlande Mindestens drei Verletzte bei Messerattacke in Den Haag

Nur wenige Stunden nach einer tödlichen Messerattacke in London sind auch in Den Haag, wo das niederländische Parlament und die Regierung ihren Sitz haben, ...

Großbritannien Mehrere Tote bei Terror-Angriff in London

Bei der Terror-Attacke an der London Bridge sind am Freitag mindestens zwei Menschen von einem Angreifer getötet worden, der Mann wurde später von der ...