Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Politik - newsburger.de

„Ja, ich bin Kandidat

© AP, dapd

16.02.2012

Nicolas Sarkozy „Ja, ich bin Kandidat“

Französischer Präsident Nicolas Sarkozy kündigt Kandidatur für zweite Amtszeit an.

Paris – Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat offiziell seine Kandidatur für eine zweite Amtszeit bekannt gegeben und sich in den womöglich härtesten Kampf seiner politischen Karriere begeben. Trotz schlechter Umfragewerte will Sarkozy zu den Wahlen Ende April antreten. “Ja, ich bin Kandidat der Präsidentschaftswahlen”, sagte der Staatschef am Mittwochabend im französischen Fernsehsender TF1.

Bereits seit Monaten liegt Sarkozy in den Umfragen hinter seinem sozialistischen Herausforderer Franois Hollande. So sah eine Umfrage den Sozialisten in einer möglichen Stichwahl gar mit 20 Punkten vor dem Konservativen Sarkozy.

Der Präsident dürfte also einer wenig aussichtsreichen Abstimmung entgegensehen. Bleiben ihm doch nur noch zwei Monate, um enttäuschte Wähler wieder zurückzugewinnen. Die erste Runde der Wahlen findet am 22. April statt, die zweite am 6. Mai. Eine neuerliche Kandidatur Sarkozys war erwartet worden.

Er habe nicht alles erreicht, was er sich bei seiner Wahl 2007 zum Ziel gesetzt habe, räumte Sarkozy am Mittwoch ein. Für die Schwierigkeiten der französischen Wählerschaft machte der Präsident unter anderen die Finanzkrise verantwortlich. Im Fokus stehe für ihn, mehr Leute in Lohn und Brot zu bringen, sagte Sarkozy. “Frankreich kann nicht so tun, als ob die Krise nicht existiert. Wir müssen damit fortfahren, Veränderungen vorzunehmen.” Sarkozy versprach ein Referendum über Arbeitslosenhilfen und die Qualifizierung von Arbeitslosen.

Le Pen wirft Sarkozy “ernsthafte Versäumnisse” vor

Bereits zuvor hatte sich Hollande über die anstehende Ankündigung Sarkozys lustig gemacht. “Welche Neuigkeit! Welche Sensation! Der Präsidentschaftskandidat ist seit fünf Jahren Kandidat”, spottete der Sozialist. Bei einer Kundgebung bezeichnete Hollande die bisherige Amtszeit Sarkozys als Fiasko.

Die Präsidentschaftskandidatin der rechtspopulistischen Front National, Marine Le Pen, warf dem Präsidenten “falsche Bescheidenheit” vor. Das französische Volk werde nicht die “ernsthaften Versäumnisse” seiner Amtszeit vergessen.

Europaweite Auswirkungen der Wahl erwartet

Die Präsidentschaftswahl dürfte europaweit Auswirkungen haben. Schließlich hat sich Sarkozy in der Schuldenkrise besonders stark für den Erhalt des Euro eingesetzt. Meinungsforscher weisen darauf hin, dass seine politischen Schwierigkeiten womöglich nicht zuletzt auch von seinem eigenen Umgang mit den wirtschaftlichen Problemen Frankreichs herrühren.

So werfen Kritiker Sarkozy vor, es sei ihm nicht gelungen, wie versprochen die Kaufkraft zu stärken. Stattdessen habe er das eigene Gehalt erhöht und den Präsidentenpalast ausstaffiert, was nicht zum kulturellen Selbstverständnis Frankreichs passe.

Bereits für (heutigen) Donnerstag wird Sarkozy zu einer Wahlkampfveranstaltung seiner Partei UMP in der Alpenstadt Annecy erwartet. Am Sonntag wird er voraussichtlich in der Hafenstadt Marseille auftreten.

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+

© AP, dapd / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/ja-ich-bin-kandidat-40322.html

Weitere Nachrichten

Angela Merkel CDU

© palinchak / 123RF Lizenzfreie Bilder

Unionsfraktionsvize Fuchs Kanzlerin Merkel sollte 2017 erneut antreten

Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs wünscht sich, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Bundestagswahl 2017 erneut antritt. "Wir haben zwölf gute Jahre ...

Flüchtlings Erstaufnahmelager Jenfelder Moorpark

© An-d / CC BY-SA 3.0

Bericht BAMF rechnet mit hunderten Flüchtlingen aus Calais

Aus dem Flüchtlingslager von Calais, das französische Sicherheitsbehörden derzeit räumen, könnten auch viele Asylsuchende nach Deutschland kommen. Das ...

Jürgen Trittin Grüne

© Bündnis 90 / Die Grünen / CC BY-SA 2.0

Trittin Drohendes Ceta-Aus „Blamage für große Koalition“

Das mögliche Scheitern des Freihandelsabkommens Ceta ist nach Auffassung der Grünen eine Blamage für die große Koalition in Berlin. "Der Bundestag hat ...

Weitere Schlagzeilen