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27.05.2015

IWF-Chefvolkswirt Eurozone für „Grexit“ gerüstet

„Die EZB hat die Mittel um das in den Griff zu kriegen.“

Washington – IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard sieht die Eurozone für die Gefahr eines Austritt Griechenlands gerüstet. „Wir haben untersucht, was passieren könnte wenn die Krise auf andere Länder übergreift: Die EZB hat die Mittel um das in den Griff zu kriegen“, sagte Blanchard im Interview mit dem „Handelsblatt“.

Angesprochen auf die Risiken eines griechischen Euro-Austritts sagte Blanchard: „Hoffen wir, dass es nicht dazu kommt. Falls doch, bin ich überzeugt, dass der Euro das überleben wird.“ Viele Gefahren die früher sehr relevant waren, seien heute weniger bedeutend. Die EZB habe die Mittel um anderen Ländern zu helfen, sollten sie durch einen „Grexit“ in Schwierigkeiten geraten.

Nach wie vor glaubt Blanchard, dass eine Lösung für Griechenland möglich ist. Allerdings seien dafür „mehr Kredite von außen nötig“, sagte er. Nach dem bisherigen Programm solle der Primärüberschuss 2015 bei drei Prozent liegen und im nächsten Jahr bei 4,5 Prozent. „Das ist wahrscheinlich aus politischen und wirtschaftlichen Gründen zu ehrgeizig.“

Für eine Lösung mit Griechenland sind aus Sicht von Blanchard drei Bedingungen nötig: Erstens müssten sich beide Seiten darüber verständigen, wie es mit dem Primärüberschuss im griechischen Haushalt weiter geht. Zweitens müssten die Gläubiger bereit sein, mehr Geld zu geben. Vorraumsetzung dafür sei, dass die griechische Seite einen plausiblen Plan für die Entwicklung des Primärüberschuss vorlegt. Und drittens müssten die griechischen Verantwortungsträger glaubwürdige Maßnahmen aufzeigen, wie dieser Plan erreicht werden könne.

„Wir sind recht flexibel was die Maßnahmen angeht, aber es muss sich aufaddieren“, sagte Blanchard. Es gebe ernsthafte Diskussionen über Renten, Mehrwertsteuersätze und die Steuerverwaltung. „Wir sind aber noch nicht am Ziel.“ Blanchard stellte klar: „Der IWF wird sich nicht an einem Programm beteiligen, das keinen Sinn ergibt.“

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