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Michael Hüther

© Johannes Christ - Lehre aus der Euro-Krise / CC BY-SA 2.0

23.01.2016

IW-Chef Hüther „Ausgaben für Flüchtlinge steigern Bruttoinlandsprodukt“

„Wir können den Andrang bewältigen.“

Stuttgart – Der Chef des Kölner Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, sieht in den Staatsausgaben zur Bewältigung der Flüchtlingskrise einen „beachtlichen“ Konjunkturschub: „Wenn der Staat in diesem Jahr über 20 Milliarden Euro bereitstellt, die er sonst nicht ausgegeben hätte, wirkt das stabilisierend“, sagte er im Interview der „Stuttgarter Zeitung“. Dies sei ein zusätzlicher Nachfrageimpuls, der sich in Höhe von bis zu einem halben Prozentpunkt im Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts niederschlage. „Ohne die Flüchtlingsthematik betrüge der Zuwachs lediglich 1,25 bis 1,5 Prozent.“

Hüther zufolge kann der Staat sich diese Ausgaben leisten: „Angesichts der Lage des Arbeitsmarktes und der Staatsfinanzen hätte es keinen günstigeren Zeitpunkt geben können“, sagte er. „Wir können den Andrang bewältigen – an der Finanzierung kann es sicher nicht scheitern.“

Mit dem Geld werde vor allem der Binnenkonsum gefördert. So bekämen die Flüchtlinge Geldtransfers, die in der Regel nicht im Ausland versickerten. Zudem entstünden viele Stellen im Bereich der geringer Qualifizierten, die auch eine hohe Konsumquote hätten.

Regional leere sich der Arbeitsmarkt im unteren Segment bereits. „Wir stellen erstmals seit vielen Jahren fest, dass der Zuwachs an Stellen bei Geringqualifizierten den Zuwachs bei Hochqualifizierten übersteigt“, sagte Hüther.

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