Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Politik - newsburger.de

Haider al-Abadi in Deutschland

© Maurizio Gambarini über dpa

06.02.2015

Kampf gegen "IS" Deutschland liefert weitere Waffen in den Irak

Die militärische Hilfe für die Kurden ist hoch umstritten.

Berlin – Deutschland liefert den Kurden im Nordirak weitere Waffen im Wert von 13 Millionen Euro für ihren Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Unter anderem sollen die Peschmerga-Kämpfer 30 weitere Panzerabwehrwaffen vom Typ „Milan“ mit 500 Raketen, 203 Panzerfäuste und mehr als 4000 Sturmgewehre erhalten.

Das Verteidigungsministerium veröffentlichte am Freitag eine Lieferliste, auf der auch 6,5 Millionen Schuss Munition, 10 000 Handgranaten, zehn gepanzerte Fahrzeuge vom Typ „Dingo“ und zehn Sanitätsfahrzeuge „Unimog“ stehen. Die Bundeswehr hatte bereits im vergangenen Jahr Waffen und Munition im Wert von 70 Millionen Euro an die kurdischen Streitkräfte geliefert.

Die militärische Hilfe für die Kurden ist hoch umstritten, weil die Bundesregierung damit von ihrem Prinzip abweicht, keine Waffen in Krisengebiete zu liefern. Begründet wird die Ausnahme mit einem drohenden Völkermord im Irak. Mit einer ersten Lieferung wurden im vergangenen Herbst bereits 10 000 von insgesamt etwa 100 000 kurdischen Soldaten ausgerüstet.

Die Peschmerga hatten aber stets betont, dass die Waffen nicht ausreichten, um die modern ausgerüstete IS-Miliz erfolgreich zu bekämpfen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterstrich nach einem Treffen mit dem irakischen Ministerpräsidenten Haider al-Abadi, wie wichtig der Kampf gegen die Terrororganisation auch für die Sicherheit Europas sei. „Wir sind Zeugen unglaublicher Gräueltaten geworden“, sagte sie. „Eine so weitreichende Destabilisierung einer ganzen Region wirkt sich auch auf Deutschland, auf Europa aus.“ Im Kampf gegen den IS stehe man „vor riesigen Herausforderungen“.

Al-Abadi betonte, dass der Kampf gegen den IS nur mit internationaler Hilfe zu gewinnen sei. „Es ist in weltweitem Interesse, diesen Kampf zu verkürzen. Deswegen brauchen wir fortlaufende Unterstützung, um den IS endgültig zu besiegen.“

Am Samstag trifft Merkel am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz auch den Präsidenten der nordirakischen Kurden, Massud Barsani. In der vergangenen Woche hatte der Bundestag beschlossen, bis zu 100 deutsche Militärausbilder in den Nordirak zu schicken, 29 sind bereits dort.

Auf der Lieferliste stehen auch Bekleidung, Sanitätsmaterial und Ersatzteile. Insgesamt hat Deutschland neben den Waffen und der militärischen Ausrüstung 53 Millionen Euro für humanitäre Hilfe und 66,5 Millionen Euro für Entwicklungshilfe zur Verfügung gestellt.

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+

© dpa / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/irak-deutschland-liefert-weitere-waffen-in-den-irak-78038.html

Weitere Nachrichten

Angela Merkel CDU

© palinchak / 123RF Lizenzfreie Bilder

Unionsfraktionsvize Fuchs Kanzlerin Merkel sollte 2017 erneut antreten

Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs wünscht sich, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Bundestagswahl 2017 erneut antritt. "Wir haben zwölf gute Jahre ...

Flüchtlings Erstaufnahmelager Jenfelder Moorpark

© An-d / CC BY-SA 3.0

Bericht BAMF rechnet mit hunderten Flüchtlingen aus Calais

Aus dem Flüchtlingslager von Calais, das französische Sicherheitsbehörden derzeit räumen, könnten auch viele Asylsuchende nach Deutschland kommen. Das ...

Jürgen Trittin Grüne

© Bündnis 90 / Die Grünen / CC BY-SA 2.0

Trittin Drohendes Ceta-Aus „Blamage für große Koalition“

Das mögliche Scheitern des Freihandelsabkommens Ceta ist nach Auffassung der Grünen eine Blamage für die große Koalition in Berlin. "Der Bundestag hat ...

Weitere Schlagzeilen