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Günter Grass

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04.09.2013

Interview Günter Grass hält nichts von sozialen Netzwerken

„Wenn jemand 500 Freunde hat, dann hat er keinen.“

Berlin – Der Literaturnobelpreisträger Günter Grass hält nichts von Facebook und anderen sozialen Netzwerken im Internet. Er wundere sich darüber, dass sich nach den Erkenntnissen aus der NSA-Affäre nicht Millionen Menschen von sozialen Netzwerken distanzierten, sagte der 85-Jährige in einem Interview mit „Louisiana Channel“ und „Cicero Online„.

„Die Vorstellung, dauernd erreichbar zu sein, und wie ich mittlerweile weiß, dauernd überwacht zu werden, ist eine grauenhafte Vorstellung“, sagte Grass. Deshalb verzichte er auf ein Handy und habe in seiner Werkstatt auch keinen Computer.

Wenn er mit seinen Kindern oder Enkelkindern über Facebook spreche, versuche er, ihnen seine Meinung zu erklären. Die direkte Begegnung, auch mit einem Buch, könne durch Virtuelles nicht ersetzt werden. „Wenn jemand 500 Freunde hat, dann hat er keinen.“

Literatur lasse sich als Arbeitsvorgang nicht beschleunigen. „Wer es macht, macht es auf Kosten der Qualität“, sagt Günter Grass. Seine Manuskripte schreibe er noch per Hand. „Hinterher tippe ich sie in meine alte Olivetti-Reiseschreibmaschine“, ergänzte der Schriftsteller.

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