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Internetbranche bastelt an der mobilen Shoppingwelt

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24.01.2012

Medien Internetbranche bastelt an der mobilen Shoppingwelt

Mobilfunker, Händler und Rabattportale stellen in München ihre Vision vom Einkauf von morgen vor.

München – Preise vergleichen, Produkttests ansehen, Kaufempfehlungen suchen oder abgeben, bezahlen. All das soll schon in unmittelbarer Zukunft vom Handy aus überall möglich sein. Auf dem Internetkongress DLD in München schilderten Manager von Internethändlern, Rabattportalen und aus der Mobilfunkindustrie ihre Vorstellung von der mobilen Shoppingwelt.

“Ich glaube, dass wir in den nächsten drei Jahren mehr Veränderung dabei sehen werden, wie Menschen einkaufen und bezahlen als in den letzten 20 Jahren”, sagte etwa Ebay-Chef John Donahoe. Durch moderne Smartphones erlebe der Handel derzeit ähnliche Umwälzungen wie die Medien-Unternehmen durch MP3-Player und Tablet-Computer. “Die Konsumenten verwischen die Grenze zwischen online und offline völlig”, sagte Donahoe.

Dass der mobile Online-Handel in Europa unmittelbar vor dem Durchbruch steht, glaubt auch der Deutschlandchef des spanischen O2-Mutterkonzerns Telefonica, Ren Schuster. “Und Deutschland führt diese Bewegung an”, sagte Schuster in München. Mit einem Wachstum von zuletzt 112 Prozent lege der deutsche Markt unter den großen europäischen Ländern am schnellsten zu.

Die Unternehmen verfolgen mit ihrem Shopping-Ausflug aufs Handy drei Ziele: So soll der Kunde immer und überall die Preise vergleichen können – und damit auch dann im Netz bestellen, wenn er vielleicht schon im Laden ist. Zudem könnten sich Werbung und Rabatte daran orientieren, wo der Verbraucher gerade ist, um eine höhere Chance auf Erfolg zu haben. Und mit dem Nahfeldfunk NFC soll das Handy künftig auch bezahlen können und so Bargeld und Kreditkarte ersetzen.

Telefonica betreibt deshalb mit Vodafone und der Telekom das Unternehmen mpass, das bisher nur im Internet funktioniert. Es könnte aber noch vor Mitte des Jahres den Schritt in die Läden schaffen, wie Schuster in München andeutete. Im zweiten Quartal solle ein völlig neuer Service starten, mit dem Millionen Kunden einkaufen könnten, sagte er.

Ein Vodafone-Sprecher bestätigte der Nachrichtenagentur dapd, dass mpass noch im laufenden Jahr auch in Geschäften zur Verfügung stehen soll. Man werde einige größere Partner haben, sagte er.

Bereits heute nutze einer von sieben Smartphone-Besitzern Einkaufsdienste mobil, sagte Schuster. “Das heißt, dass die Eigendynamik in den kommenden Jahren noch anziehen wird.” Derzeit werde der Trend vor allem von jungen Männern vorangetrieben, das werde aber nicht so bleiben. “Das Smartphone wird die Fernbedienung des Lebens”, glaubt Schuster.

Das Rabattportal Groupon will ebenfalls an der Entwicklung teilhaben. Der Dienst solle so weiterentwickelt werden, “dass Konsumenten jeden lokalen Einkauf mit uns beginnen”, sagte Gründer und Chef Andrew Mason, der ebenfalls auf dem DLD sprach, bereits vor der Konferenz. Im Laufe der Zeit könnten dann auch Angebote wie eine “dynamische Preissetzung” hinzukommen. Konsumenten würden dann etwa einen größeren Rabatt bekommen, je weiter sie von einem Geschäft entfernt sind. “Da gibt es einen großen Experimentier- und Entdeckungsspielraum”, sagte Mason.

Ebay will zur Plattform werden, die den Händlern den Weg ins Web-Geschäft eröffnet. Deshalb übernahm das einst als Web-Auktionshaus gegründete Unternehmen im vergangenen Jahr den auf Entwicklung und Betrieb von Online-Shops spezialisierten Softwareanbieter GSI Commerce. Zudem gehört auch der Bezahldienst PayPal zum Unternehmen. Das alte Kerngeschäft macht dagegen nur noch 40 Prozent aus.

Für Händler sei entscheidend, in beiden Welten präsent und überzeugend zu sein, glaubt Donahoe. “Die Gewinner dabei werden Händler sein, die wirklich eine Einkaufserfahrung über alle Kanäle hinweg anbieten”, sagte der Ebay-Chef. “Am Ende werden Clicks und Regale die Gewinnerformel sein.”

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