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Insolvenz ohne Folgen für Druckindustrie

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10.02.2012

Manroland Insolvenz ohne Folgen für Druckindustrie

Branche hat selbst mit schwierigem Umfeld zu kämpfen.

Stuttgart – Die Krisen bei den Maschinenbauern Heidelberger Druck und Manroland sind bislang spurlos an der baden-württembergischen Druckindustrie vorübergegangen. Bei der Beschaffung von Ersatzteilen gebe es keine Probleme, sagte der Geschäftsführer des Verbandes Druck und Medien in Baden-Württemberg, Michael Hüffner, am Freitag in Stuttgart. Die Insolvenz von Manroland sei “sehr geordnet über die Bühne gegangen”.

Heidelberger Druck und Manroland haben mit einem schwierigen Umfeld zu kämpfen. Die Investitionen in Druckmaschinen blieben in der Krise aus, die zunehmende Digitalisierung machte ihnen außerdem zu schaffen. Für das insolvent gegangene Manroland haben sich inzwischen zwei Investoren gefunden, Heideldruck will mit Einsparungen und Stellenstreichungen den Umschwung schaffen.

Doch auch für die Druckindustrie ist die Situation alles andere als rosig. “Am allgemeinen Boom der Wirtschaft hat die Branche nicht teilgenommen”, sagte Hüffner mit Blick auf 2011. Der Gesamtumsatz sei zwar um 1,6 Prozent auf 2,57 Milliarden gestiegen. Nach den Umsatzeinbrüchen 2009 und 2010 reichten die Zahlen aber bei weitem nicht an die Erlöse von 2008 in einer Höhe von 2,75 Milliarden Euro heran. Zudem sei der Trend im zweiten Halbjahr 2011 wieder nach unten gegangen.

Das schlug sich auch in der Beschäftigung nieder. Insgesamt gingen in der Branche 1.125 Arbeitsplätze verloren, daran hatte alleine die insolvente Schlott-Gruppe einen Anteil von einem Drittel, wie Hüffner sagte. Insgesamt seien noch 13.000 Menschen in der Branche in Baden-Württemberg beschäftigt.

Weil auch die Kosten für Druckfarben oder Strom stiegen und gleichzeitig die Finanzierung über Banken schwieriger wurde, überlegen sich die Unternehmen laut Hüffner ihre Investitionen ganz genau. “Die Maschinen werden länger genutzt”, sagte er. Jede Investition in neue Maschinen müsse die Produktivität erhöhen.

Für die Druckindustrie insgesamt sieht Hüffner dennoch auch in Zukunft Potenzial. Er erwartet sogar, dass Printprodukte ihren Anteil am Werbemarkt 2012 leicht steigern können. Elektronische Werbung sei kurzlebig, das werde auch von den Werbeschaffenden immer mehr so gesehen. Druckprodukte hätten einen guten Ergänzungswert. Als Beispiel nannte er das Online-Versandhaus Amazon, das inzwischen auch einen gedruckten Katalog veröffentliche.

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