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19.11.2010

Innenminister wollen Prostitution strenger regulieren

Berlin/Hamburg – Die Innenminister planen, Prostitution strenger zu regulieren. In Hamburg beraten sie über eine Konzessionierung von Bordellen sowie eine Meldepflicht für Prostituierte. Die Minister wollen nach Informationen der „Frankfurter Rundschau“ den Bund auffordern, eine entsprechende Gesetzesverschärfung auf den Weg zu bringen.

Stephanie Klee vom Bundesverband sexuelle Dienstleistungen plädierte dafür, Bordelle zu konzessionieren, weil das seriöse Etablissements fördere. „Bordellbetreiber, die eine Erlaubnis haben, könnten dann sicher sein, dass ihr Betrieb nicht plötzlich wieder geschlossen wird.“ Menschenhandel, Zwangsprostitution und Ausbeutung würden dadurch stärker zurückgedrängt, sagte Klee der „Frankfurter Rundschau“. Eine Meldepflicht für Prostituierte könne helfen, die Täter, die Frauen zur Prostitution zwingen, leichter dingfest zu machen, heißt in einem Positionspapier des Landes Bremen. Denn diese würden ihre Opfer „regelmäßig austauschen“. Jede Prostituierte solle daher den Behörden ihre Tätigkeit melden.

Um Zwangsprostitution zu bekämpfen, brauche es „Ermittler, die sich dahinter klemmen“, sagte die stellvertretende Grünen-Fraktionschefin, Ekin Deligöz, der „Frankfurter Rundschau“. Sie bezweifelt, dass eine Meldepflicht viel bewegen würde, vor allem nicht, „wenn damit ausschließlich mehr Bürokratie für Prostituierte verbunden ist“. Gegen eine Meldepflicht spricht sich Mechthild Eickel von der Bochumer Prostituierten-Organisation Madonna aus. Sie fürchtet eine Stigmatisierung, „wenn Sexarbeiterinnen ihr Geschäft öffentlich anzeigen müssen“.

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