Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Wirtschaft - newsburger.de

Containerschiff

© über dts Nachrichtenagentur

15.09.2017

Industriepräsident Exportüberschuss ist ein Problem

„Wir Deutschen sollten uns hier ein bisschen ehrlich machen.“

Berlin – Industriepräsident Dieter Kempf hat eine Mitverantwortung der Bundesrepublik am Handelskonflikt mit den USA eingeräumt und dazu aufgerufen, die Kritiker der hohen deutschen Exportüberschüsse ernster zu nehmen.

„Wir Deutschen sollten uns hier ein bisschen ehrlich machen. Handelsbilanzen müssen nicht immer ausgeglichen sein. Aber wenn ein Land dauerhaft extrem hohe Überschüsse ausweist, dann muss es sich auch einmal fragen, was es selbst dazu beitragen kann, dass die Sache nicht aus dem Ruder läuft“, sagte Kempf am Rande eines zweitägigen Washington-Besuchs der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitagausgabe).

Konkret sprach er sich dafür aus, die US-Wirtschaft beim Wiederaufbau einer modernen, exportstarken Industrie zu unterstützen und zugleich die Binnenwirtschaft in Deutschland durch mehr Investitionen zu stärken. „Das käme nicht nur der Infrastruktur zugute, sondern würde auch unseren Handelsüberschuss verringern“, erklärte er. Hier seien die Unternehmen gefordert, „aber auch der Staat muss endlich mehr Geld in die Hand nehmen.“

Zudem sollten die Deutschen generell „die Welt weniger belehren als vielmehr versuchen, Brücken auch zu Sichtweisen zu bauen, die uns zunächst einmal fremd sind“.

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) war in dieser Woche bereits zum zweiten Mal binnen fünf Monaten in Washington unterwegs gewesen, um mit Vertretern der Regierung, des Kongresses und der Bundesstaaten über gemeinsame Projekte, vor allem aber auch über Meinungsverschiedenheiten zu diskutieren. Der Handelsstreit nahm dabei besonders breiten Raum ein.

Kempf schloss auch eine Angleichung der Importzölle auf Autos in den USA und der EU nicht aus. Bisher verlangen die Europäer eine Einfuhrabgabe von zehn Prozent auf amerikanische Wagen, während die USA umgekehrt nur 2,5 Prozent fordern.

Positiv bewertete der BDI-Chef die Steuerreformpläne der US-Regierung, mit denen Trump die nominale Belastung der Firmen von 35 auf 15 Prozent senken will. Im Kongress ist eher von 25 Prozent die Rede – doch selbst eine solche Senkung hätte, so Kempf, auch Folgen für Deutschland: „Bereits heute liegt der durchschnittliche Steuersatz in der EU bei nur 21,5 Prozent“, sagte er. „Wenn die Iren weiterhin nur 12,5 Prozent erheben, die Briten eine Größenordnung von 17 Prozent und weniger anpeilen, und die Amerikaner eine Steuerbelastung von maximal 25 Prozent ins Auge fassen, dann wird der Abstand zu Deutschland mit 30 Prozent und mehr zu groß.“

Verständnis äußerte Kempf für den Vorstoß der Finanzminister Deutschlands, Italiens, Frankreichs und Spaniens, die Steuertricksereien großer Internetkonzerne nicht länger hinzunehmen. Zwar wirft die Idee einer Besteuerung nationaler Umsätze aus Sicht des BDI-Chefs viele rechtliche, politische und praktische Fragen auf. Die Kritik vieler Bürger am Verhalten der Firmen aber kann er nachvollziehen: „In der Tat ist es fraglich“, so Kempf, „ob es sein kann, dass ein Milliardenunternehmen am Ende nur drei oder fünf Prozent Steuern auf seine Gewinne zahlt.“

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
WhatsApp Xing

© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/industriepraesident-exportueberschuss-ist-ein-problem-101687.html

Weitere Meldungen

Containerschiff

© über dts Nachrichtenagentur

Corona-Krise BDI kritisiert Verschärfung des Außenwirtschaftsgesetzes

Stefan Mair, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), hat die Verschärfung des Außenwirtschaftsgesetzes kritisiert. ...

Start- und Landebahn an einem Flughafen

© über dts Nachrichtenagentur

Corona-Krise Flughafen Dortmund plant rückwirkend Kurzarbeit

Auch der Flughafen Dortmund schickt seine Mitarbeiter wegen der Coronakrise in Kurzarbeit. "Kurzarbeit ist beim Flughafen Dortmund in Planung, derzeit wird ...

Metro-Markt

© über dts Nachrichtenagentur

Corona-Krise Metro zur Öffnung weiterer Märkte für Privatleute bereit

In der Coronakrise ist der Düsseldorfer Großhandelskonzern Metro bereit, weitere Märkte für Privatleute zum Einkaufen zu öffnen. Man habe Anfragen von ...

Schutzkleidung-Mangel IG BCE fürchtet Medikamentenknappheit

Die IG Bergbau Chemie Energie (IG BCE) warnt vor einschneidenden Folgen aufgrund knapper Schutzausrüstungen für die Pharmabranche. Gerade in den ...

Corona-Krise Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen mit tiefer Rezession

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in Deutschland rechnen wegen der Coronakrise mit einer tiefen Rezession: In ihrer Gemeinschaftsdiagnose, die ...

TUI Vertrag für Milliardenkredit unterschrieben

Der Weg für ein staatliches Hilfspaket an den Reisekonzern TUI in der Coronakrise ist frei. Man habe mit der KfW einen Vertrag für einen ...

Gesundheitswesen Zahl der ausländischen Arbeitskräfte gestiegen

Die Zahl der im deutschen Gesundheitswesen und in der Altenpflege beschäftigten Ausländer ist seit der Flüchtlingskrise 2015 um mehr als 120.000 gestiegen. ...

Corona-Krise Tausende Mieter von Vonovia fürchten Geldprobleme

Angesichts der Coronakrise haben erste 3.000 Mieter den Wohnungskonzern Vonovia um Zugeständnisse gebeten. Vonovia habe allen Mietern bereits im März ...

Stilllegung Verdi verlangt Übernahme von Germanwings-Mitarbeitern

Die Gewerkschaft Verdi hat die Stilllegung der Lufthansa-Tochter Germanwings kritisiert. "Es ist grundsätzlich nicht verantwortbar, dass die Krise auf dem ...

Corona-Krise Ökonom bringt Lastenausgleich zur Finanzierung ins Spiel

Der Bonner Wirtschaftswissenschaftler Moritz Schularick hat einen Lastenausgleich zur Finanzierung der Krise ins Spiel gebracht. "Man könnte zumindest ...

Corona-Krise Wirtschaftsweise rechnet mit Systemwechsel

Die neue Wirtschaftsweise Veronika Grimm rechnet mit einem Systemwechsel durch die Coronakrise. Medikamente oder Schutzausrüstung würden in Zukunft stärker ...

Corona-Krise Lufthansa stellt Flugbetrieb von Germanwings ein

Die Deutsche Lufthansa stellt aufgrund der Coronakrise den Flugbetrieb ihrer Tochtergesellschaft Germanwings ein. "Alle daraus resultierenden Optionen ...

Corona-Krise Geflügelbranche will Quarantäne-Ausnahme für Berufspendler

Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) fordert eine Ausnahme der Quarantänepflicht für Berufspendler. Man befürchte für das anstehende ...

Corona-Krise Mittelstandsbeauftragter erwägt zusätzliche Hilfen

Nach dem neuen Schnellkreditprogramm für Mittelständler denkt der Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), über zusätzliche Hilfen ...

Corona-Krise Studentenwerk will Not-Bafög für Studenten nach Jobverlust

Das Deutsche Studentenwerk fordert ein auf sechs Monate begrenztes Not-Bafög für Studenten, die wegen der Coronakrise ihre Jobs verlieren. "Studierende, ...

Corona-Krise Logistikverband kritisiert Preisdumping im Frachtgeschäft

Der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL), in dem die meisten vor allem kleineren und mittleren Speditionsunternehmen in ...

Pflegebranche Verdi und BVAP einigen sich auf Corona-Sonderprämie

Die Gewerkschaft Verdi und die Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) haben sich auf Eckpunkte eines Tarifvertrages für eine ...

Verhaltensökonom Bedingungsloses Grundeinkommen hilft nicht weiter

Der Verhaltensökonom Dominik Enste hält ein bedingungsloses Grundeinkommen gerade in Krisenzeiten für keine gute Lösung. Der Kern dieses Finanzkonzeptes ...

Vor Krise Verarbeitendes Gewerbe verzeichnet weniger Aufträge

Der reale Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland ist im Februar 2020 saison- und kalenderbereinigt um 1,4 Prozent gegenüber dem Vormonat ...

Rentenversicherung Renten-Auszahlung trotz Coronakrise gesichert

Trotz der Coronakrise erwartet die Rentenversicherung vorerst keine finanziellen Nachteile für die Rentner in Deutschland durch einen Einbruch der ...

Hotel- und Gaststättenverband Deutsche Hotels sind zur Aufnahme von Corona-Patienten bereit

Zahlreiche deutsche Hoteliers sind in der Coronakrise bereit, ihre Hotels in Krankenstationen zu verwandeln. "Einige Häuser haben bereits ihre Bereitschaft ...

Corona-Krise Jobcenter sollen Hartz IV ohne Vermögensprüfung bewilligen

Jobcenter sollen Hartz-IV-Anträge wegen der Coronakrise auch ohne Vermögensprüfung und ohne persönliches Erscheinen der Betroffenen bewilligen können. Das ...

Bericht VW-Dieselvergleich kommt voran

Der VW-Dieselvergleich kommt offenbar voran. Gut zwei Wochen nach Beginn der Anmeldefrist hätten 70 Prozent der 262.000 berechtigten Kunden ihre Dokumente ...

Corona-Krise Zahlreiche Händler verlangen Nachlass von Vermietern

Im Zuge der Coronakrise fordern immer mehr Einzelhandelsunternehmen von den Vermietern ihrer Filialen Zugeständnisse. Das berichtet die "Welt am Sonntag" ...

Bericht Ansturm auf Corona-Bundeshilfen

Der Ansturm der Unternehmer auf die Corona-Staatshilfen hält unvermindert an. Laut Zahlen aus dem Bundesfinanzministerium, über die die "Bild am Sonntag" ...

Studie Coronakrise beschleunigt Filialabbau bei deutschen Banken

Durch die Coronakrise wird sich laut einer aktuellen Studie der Filialabbau bei deutschen Banken beschleunigen. "Corona-bedingt" dürften bis zum Jahr 2025 ...

Corona-Krise DIHK verlangt Bürokratie-Pause

Die Folgen der Coronakrise führen zu einem neuen ökonomischen Offenbarungseid: Die deutsche Wirtschaft sieht sich überfordert mit staatlicher Regulierung - ...

Lufthansa Finanzvorstand tritt zurück

Lufthansa-Finanzvorstand Ulrik Svensson tritt zurück. Svensson habe am Samstag den Aufsichtsrat informiert, dass er "aus gesundheitlichen Gründen ...

Corona-Krise VZBV-Chef befürchtet Insolvenzwelle bei Verbrauchern

Deutschlands oberster Verbraucherschützer, Klaus Müller, befürchtet, dass die Coronakrise viele Verbraucher in die Privatinsolvenz treiben wird. "Wenn die ...

Corona-Krise VZBV-Chef will juristisch gegen Geschäftemacher in vorgehen

Verbraucherschützer wollen juristisch gegen unseriöse Geschäftemacher vorgehen, die sich die Corona-Pandemie mit überteuerten Produkten oder fragwürdigen ...

Bayer-Chef Bestehende Medikamente größte Hoffnung gegen Covid-19

Im Kampf gegen Covid-19 setzt Bayer-Chef Werner Baumann auf das bereits vorhandene Medikament Resochin des Leverkusener Pharmakonzerns. "Bestehende ...

Exit aus Shutdown DIHK verlangt Planungssicherheit noch vor Ostern

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer, hat eine klare Exit-Strategie aus dem Corona-Shutdown und ...

Bericht Pflegekassen stimmen Bonus für Altenpfleger zu

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist bereit, in der Coronakrise für Altenpfleger eine Sonderzahlung von bis zu 1.500 Euro zu finanzieren. Das berichtet ...

Corona-Krise Verbände kritisieren Grenzschließungen an EU-Binnengrenzen

Anhaltende Grenzkontrollen innerhalb Europas gefährden nach Einschätzung von Wirtschaft, Gewerkschaften und Verbänden die Versorgung mit wichtigen Gütern ...

Corona-Krise Pflege-Branche begrüßt Spahns Vorschlag für Extra-Bonus

Die Pflege-Branche begrüßt den Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Menschen in Pflegeberufen einen Extra-Bonus zu zahlen. "Wir sind ...

Corona-Krise Wirtschaftsminister kritisiert Banken für zögerliche Kreditvergabe

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat das Geschäftsgebaren deutscher Banken in der Coronakrise scharf kritisiert. "Wir haben ein umfangreiches ...

Corona-Soforthilfen Bisher 4,4 Milliarden Euro ausgezahlt

Der Run auf die Corona-Sofortzuschüsse hält an. Bis Freitagmittag seien bei den Landesförderbanken mindestens 1,42 Millionen Anträge auf ...

DIW-Ökonom Abgaben für Reiche könnten 25 Milliarden Euro im Jahr bringen

Wohlhabende Bürger könnten jedes Jahr mit 20 bis 25 Milliarden Euro zusätzlich belastet werden, ohne dass dies die deutsche Wirtschaft schwächen würde. Das ...

Bericht EIB soll Wirtschaft mit bis zu 200 Milliarden Euro helfen

Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie will die Europäische Investitionsbank (EIB) einen Hilfsfonds von bis zu 200 Milliarden Euro ...