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Sparkurs und Mittelmaß haben Einzug gehalten

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30.01.2012

1899 Hoffenheim Sparkurs und Mittelmaß haben Einzug gehalten

Die Ära der Hopp-Millionen und Euphorie ist vorbei .

Hoffenheim – Mäzen Dietmar Hopp hat die Geldschatulle geschlossen und schwört 1899 Hoffenheim schon einmal vorsichtshalber auf den Abstiegskampf ein, Trainer Holger Stanislawski geht die negative Stimmung in und um Hoffenheim dagegen mächtig gegen den Strich. Es herrscht nicht gerade Harmonie beim Tabellenachten der Fußball-Bundesliga. Fakt ist: Statt Hopp-Millionen und Euphorie haben Sparkurs und Mittelmaß Einzug gehalten.

Laut Hopp muss sich der Retortenklub aus dem Kraichgau von höheren Ambitionen verabschieden. “So eine erfolgreiche Zeit wie im Aufstiegsjahr wird es hier nicht mehr geben”, sagte der 71 Jahre alte Software-Unternehmer zuletzt. Es war 2008, als die TSG als Aufsteiger zur Herbstmeisterschaft gestürmt war und schon als neuer Herausforderer von Rekordmeister Bayern München gehandelt wurde. Doch das gehört der Vergangenheit an. Vielmehr müsse Hoffenheim den Blick nach unten richten, warnte Hopp: “Frankfurt ist das mahnende Beispiel aus dem Vorjahr.”

Trotz der instabilen Situation ist Hopp nicht mehr geneigt, weitere Unsummen in den Verein zu stecken, für den er in seiner Jugend selbst aktiv war. Wie ernst es dem “badischen Abramowitsch” mit seinem Sparkurs ist, verdeutlicht die aktuelle Transferpolitik. Trotz der Probleme im Angriff wurden in den Stürmern Chinedu Obasi (Schalke 04) und Vedad Ibisevic (VfB Stuttgart) zwei Großverdiener in der Wintertransferperiode abgegeben. Die im Gegenzug geplante Verpflichtung von Srdjan Lakic vom Ligakonkurrenten VfL Wolfsburg scheint nach einem Gipfeltreffen mit Hopp, Stanislawski und Manager Ernst Tanner wegen der hohen Ablösesumme und Gehaltskosten endgültig geplatzt zu sein.

Selbst Tanner, der den Sparkurs bislang mitgetragen hat, schlägt inzwischen Alarm. “Die Grenze ist erreicht. Wir dürfen nicht zu schnell schrumpfen. Man kann nicht innerhalb eines Jahres korrigieren, was in den drei Jahren zuvor falsch gemacht worden ist”, sagte Tanner.

Auch Stanislawski klingt mittlerweile desillusioniert. Der 42-Jährige, der zu Saisonbeginn auch eingestellt wurde, um eine neue Begeisterung zu entfachen, sprach vor dem Spiel bei Meister Borussia Dortmund in einer emotionalen Rede von “einer Katastrophenstimmung” und bemängelte die negativen Strömungen im Klub sowie im Umfeld des Vereins. Beim 1:3 in Dortmund war sein Team schließlich ohne jede Chance und weit von der Klasse einer Spitzenmannschaft entfernt.

Hopp, der in den vergangenen Jahren Millionen im dreistelligen Bereich in den Verein investiert hat, weiß um die Problematik. Dennoch ist er nicht mehr gewillt, mit Finanzspritzen Abhilfe zu schaffen. Stanislawski habe ja recht, sagte Hopp, schrieb dem Trainer im Interview mit dem “Kicker” jedoch zugleich ins Stammbuch: “Er muss gemeinschaftlich mit allen daran arbeiten, das Bild zu verbessern.” Nur eben ohne viel Geld.

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