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Immer mehr Kältetote in Europa

© AP, dapd

03.02.2012

Kältewelle Immer mehr Kältetote in Europa

Allein in der Ukraine starben am Freitag 38 Menschen.

Kiew – Die Kältewelle hat Osteuropa fest im Griff. Mindestens 175 Menschen kamen bei den eisigen Temperaturen ums Leben. Und die Zahl dürfte noch steigen. Rumänien muss sich auf neue schwere Schneestürme einstellen. Auch in Rom bot sich ein ungewöhnliches Bild: Eine dicke Schneeschicht bedeckte das Colosseum. Den letzten heftigen Schneefall gab es dort 1986.

In Russland und der Ukraine errichteten die Behörden unter Hochdruck Notunterkünfte und boten medizinische Versorgung an. Die russische Nachrichtenagentur Itartass zitierte am Freitag den stellvertretenden Gesundheitsminister Maxim Topilin mit den Worten, dass im Januar 64 Menschen erfroren seien. Der russische Katastrophenschutzminister Sergei Schoigu ordnete die Versorgung von Obdachlosen mit Lebensmitteln und Medikamenten an.

Am schlimmsten betroffen von der Kältewelle ist die Ukraine mit bislang 101 Toten. Allein am Freitag starben dort 38 Menschen an Unterkühlung und Erfrierungen. Das Gesundheitsministerium wies die Krankenhäuser an, obdachlose Patienten nach der Behandlung nicht in die Kälte zu entlassen. Draußen herrschten Temperaturen bis minus 32 Grad. Nach offiziellen Angaben starben in der Ukraine seit Beginn der Kältewelle am 27. Januar 64 Menschen auf den Straßen, elf in Krankenhäusern und 26 zu Hause.

Etwa 1.500 Schwäne, Enten und Seemöwen froren auf dem Eis vor dem kleinen ukrainischen Hafen Odessa fest. Rettungskräfte mussten mit Schiffen das Eis brechen, um die Vögel zu befreien, teilte das Katastrophenschutzministerium mit.

Die Kältewelle ist die schlimmste in Osteuropa seit Jahrzehnten. Es kam zu Stromausfällen und gefrorenen Wasserleitungen. Die meisten Schulen, Kindergärten und Flughäfen blieben geschlossen, Busverbindungen fielen aus. Die Behörden errichteten tausende Notunterkünfte.

Rumänien muss sich auf neue, schwere Schneestürme einstellen. Ab dem heutigen Freitagmittag gilt eine Unwetterwarnung vor allem für den Süden des Landes. Das berichtete das Nachrichtenportal “punkto.ro”. Die Polizei mahnte die Bürger, von allen nicht zwingend erforderlichen Autofahrten abzusehen. Zu den massiven Schneefällen kommen die weiter arktischen Temperaturen, die auch am Tag nicht über minus 15 Grad hinausgehen. In Teilen des Landes wurden aber auch bereits Nachttemperaturen von 30 Grad unter null gemessen. Mehr als zwei Dutzend Menschen starben bislang an Erfrierungen.

Auch in Bosnien gab es bereits die ersten Kältetote. Fünf Menschen starben am Freitag in Sarajevo, die meisten kamen beim Schneeschippen ums Leben. Ein Mensch starb in Mostar, weil die Rettungskräfte wegen des Schnees nicht zu ihm durchkamen. In Polen starben laut Innenministerium am Freitag acht Menschen, zwei weitere erstickten, nachdem aus ihren Heizgeräten Kohlenmonoxid austrat. In Serbien starben sechs Menschen. Im benachbarten Kroatien wurden einige Schnellstraßen wegen Glätte geschlossen und Busverbindungen von der Hauptstadt Zagreb an die Küste gestrichen. In Montenegro war der Flughafen in der Hauptstadt Podgorica geschlossen.

Die Niederlande vermeldeten den ersten Kältetoten. Ein Obdachloser sei am Donnerstag in einer Hütte tot aufgefunden worden. Angesichts der Schneemassen gab es ein Verkehrschaos. Züge hatten große Verspätung und etliche Flüge nach und von Schiphol wurden gestrichen.

Sibirische Temperaturen gab es auch in Norditalien. Viele Bahnverbindungen fielen wetterbedingt aus. In den italienischen Alpen fiel das Thermometer auf minus 22 Grad. Die Kältewelle verdrängte auch das sonst eher milde Klima aus der italienischen Hauptstadt Rom. Dicke Schneeflocken fielen am Freitag auf das Kolosseum und das Forum Romanum. Die Sehenswürdigkeiten wurden deshalb ebenso wie der Palatin für Besucher gesperrt. Zu groß sei die Gefahr, dass die Touristen ausrutschen könnten, sagte Kolosseum-Direktorin Rossella Rea.

In Rom hatte es zuletzt 1985 und 1986 derart heftig geschneit. In den vergangenen Jahren fiel nur wenig Schnee. Die Schulen blieben aus Rücksicht auf berufstätige Eltern zwar geöffnet, der Unterricht am Freitag und Samstag wurde allerdings gestrichen. Die Behörden warnten die Bürger vor dem Benutzen der Schnellstraßen. Die Kältewelle in Italien soll laut Meteorologen bis kommende Woche andauern.

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