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Immer mehr Herzspezialisten nutzen revolutionäre Blutdruck-OP

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25.09.2011

Bluthochdruck Immer mehr Herzspezialisten nutzen revolutionäre Blutdruck-OP

München – Eine neuartige Behandlung gegen zu hohen Blutdruck wird von immer mehr Herzspezialisten angeboten: Das Kappen von Nervengeflechten an Blutgefäßen der Niere. Wie das Nachrichtenmagazin „Focus“ berichtet, sinken nach dem Eingriff die Werte dauerhaft ab. Als Nebeneffekt werden die behandelten Patienten gelassener, konzentrierter, und sie schlafen besser. Zusätzlich sinkt der Blutzuckerspiegel.

Seit die so genannte Nierenarterien-Denervation vor zwei Jahren entwickelt wurde, traten kaum Komplikationen auf. Nierenspezialisten fürchten allerdings, dass das Filterorgan auf Dauer geschädigt werden könnte. Langzeiteffekte sind noch nicht bekannt. Theoretisch ist das Nachwachsen der Nerven möglich, und die Prozedur müsste wiederholt werden.

Bluthochdruck-Spezialist Martin Middeke vom Hypertoniezentrum München sagte „Focus“: „Die Denervation ist noch nicht reif für die breite Anwendung in der Praxis.“ Erst müsse sich die neue Therapie mit einer optimalen medikamentösen Behandlung messen lassen. Würde sorgfältig gemessen und die passende Medikation gewählt, sei die neue Methode auch nur sehr selten nötig.

„Focus“ zufolge wendet die Mehrzahl der Hypertonie-Experten in Deutschland die Denervation bereits an. Kritiker befürchten, dass Ärzte aus rein finanziellen Interessen das Verfahren anbieten. Selbst der Hersteller des Katheters, Medtronic, befürchtet eine zu rasche Anwendung bei sehr vielen Patienten und hält die Geräte absichtlich knapp.

Der in Deutschland führende Denervations-Spezialist Michael Böhm von der Uniklinik des Saarlandes will ein Register schaffen, das alle Patienten und deren Behandlungsergebnis dokumentiert und ausgewertet. Nur so können mögliche Spätschäden frühzeitig erkannt werden. Klare Behandlungsrichtlinien sollen in Zukunft dafür sorgen, dass nur Patienten mit Nervenverödung behandelt werden, die es wirklich brauchen.

In Deutschland sind zwischen 20 und 35 Millionen Menschen von Bluthochdruck betroffen. Etwa die Hälfte weiß nichts von ihren zu hohen Werten, weil sie nicht messen. 300.000 Todesfälle pro Jahr durch Herzkrankheiten und Schlaganfälle gehen direkt auf die Ursache Bluthochdruck zurück.

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