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Immer mehr fahren mit Bussen und Bahnen

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01.02.2012

Verkehr Immer mehr fahren mit Bussen und Bahnen

Verkehrsverband-Präsident Fenske: Gehen auf die Zehn-Milliarden-Marke zu.

Berlin – Busse und Bahnen werden in Ballungsräumen immer beliebter. Mehr als 9,7 Milliarden Fahrten zählte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) im vergangenen Jahr. Das entspricht einer durchschnittlichen Steigerung um 0,7 Prozent. Nach Großräumen entwickelten sich die Zahlen aber unterschiedlich: Während sie in Ballungsräumen und Großstädten stiegen, sanken sie im Regionalverkehr und in Städten mit weniger als 100.000 Einwohnern.

“Wir gehen auf die Zehn-Milliarden-Marke zu”, sagte VDV-Präsident Jürgen Fenske am Mittwoch bei der Vorstellung der Zahlen in Berlin. Mit dem Fahrgastaufkommen seien die Erträge der Unternehmen um etwa 2,5 Prozent auf rund 10,3 Milliarden Euro gestiegen. Für die regionalen Unterschiede machte er die demografische Entwicklung und die Landflucht verantwortlich. Mit dem Rückgang der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs im ländlichen Raum habe man gerechnet.

Die Steigerung in den Ballungsräumen und insgesamt gesehen führte Fenske auf “verändertes Fahrgastverhalten” zurück. Es äußere sich in der umweltbewussteren Nutzung des Autos, im Rückgang der Führerscheinzahlen und der Haltung: “Auto nutzen statt besitzen”.

Der öffentliche Personennahverkehr bleibe eine Wachstumsbranche, gab sich Fenske sicher. Zwar erwirtschafteten die meisten Unternehmen bei einem durchschnittlichen Kostendeckungsgrad von 77,1 oder 77,6 Prozent je nach Berechnung ihre Betriebskosten selbst, aber die Investitionskosten könnten sie nicht stemmen. Deshalb brauchten sie “mehr Rückenwind von öffentlichen Haushalten”.

Ein Investitionsstau von 2,4 Milliarden Euro müsse dringend abgebaut werden, damit die Infrastruktur nicht noch maroder werde und Busse und Bahnen mit Langsamfahrstellen ausbremse. Fenske forderte Bund und Länder auf, sich zügig Gedanken über die Fortführung der Förderung nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz zu machen, die ab 2020 wegfällt.

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