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Siemens-Mitarbeiter demonstrieren für ihre Jobs

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21.02.2013

IG Metall Siemens-Mitarbeiter demonstrieren für ihre Jobs

Bundesweiter Aktionstag gegen „grassierenden Renditewahn.“

Frankfurt/Bocholt – Mehrere Zehntausend Siemens-Mitarbeiter haben sich am Donnerstag mit einem bundesweiten Aktionstag für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze stark gemacht. Unter dem Motto „Ohne Menschen keine Marge. Zukunft nur mit uns!“ reichten die Aktionen an den meisten der rund 100 Standorte von der Infoveranstaltung bis zu öffentlichen Kundgebungen in Frankfurt am Main oder Erlangen, wie der Sprecher des IG-Metall-Vorstands, Christian Plaep, der Nachrichtenagentur dapd sagte. Die Beschäftigten wollten damit aufzeigen, wie der Konzern nachhaltig erfolgreich sein könne.

„Das ist kein Aktionstag gegen Siemens, sondern für Siemens und seine Belegschaft“, betonte Plaep. Dem grassierenden Renditewahn müssten langfristige und weitsichtige Ideen für einen erfolgreichen Siemens-Konzern entgegengesetzt werden.

Auf der größten Kundgebung in Bocholt sprach das geschäftsführende IG-Metall-Vorstandsmitglied Jürgen Kerner am Mittag vor rund 2.000 Teilnehmern von einer „lauten und klaren Botschaft“ an alle inner- und außerhalb des Konzerns, die kurzfristige Renditeziele über die langfristigen Interessen von Siemens und seinen Mitarbeitern stellten.

„Nicht mit uns“, rief der Gewerkschafter. Beschäftigte, Betriebsrat und Gewerkschaft sperrten sich nicht gegen einen Konzernumbau, um Siemens besser zu machen. „Wer das aber renditefixiert zulasten der Beschäftigten und ohne unternehmerische Weitsicht machen will, wird auf entschiedenen Widerstand der Arbeitnehmer treffen“, kündigte Kerner an.

Siemens wird „kaputt geredet“

Die vergangenen beiden Jahre seien für Siemens die erfolgreichsten der Konzerngeschichte gewesen. Wer des „kaputt rede“ und Siemens fast schon als Sanierungsfall darstelle, verzerre die Realität und schade dem Unternehmen, kritisierte er.

Kerner betonte, Siemens könne stolz sein auf seine Belegschaft, die mit dem Aktionstag „Mut und Verantwortungsbewusstsein“ gezeigt habe. „Mut, weil sie ihrer Verunsicherung und Sorge Luft gemacht hat – und Verantwortungsbewusstsein, weil sie es nicht alleine beim Protest belassen hat, sondern sich mit konstruktiven Vorschlägen für eine gute Zukunft des Konzerns eingebracht hat.“

Er hoffe, dass die Konzernführung die Vorschläge ernst nehme und mit offenen Karten spiele, was die Sparmaßnahmen und Zukunftsgestaltung angehe. Salamitaktik und Alleingänge würden den Beschäftigten nicht gerecht werden, sagte er

Hintergrund des Aktionstags ist die Ankündigung eines Sparprogramms durch Vorstandschef Peter Löscher im November, mit dem die Kosten im Konzern bis 2014 um sechs Milliarden Euro verringert werden sollen. Ob und wie viele der bundesweit 119.000 Arbeitsplätze dafür abgebaut werden sollen, wurde bisher nicht mitgeteilt.

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