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IG Metall setzt Warnstreiks im Südwesten fort

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03.05.2012

Tarife IG Metall setzt Warnstreiks im Südwesten fort

3.000 Metallarbeiter demonstrieren vor Porsche-Werk in Stuttgart.

Stuttgart – Mit Großkundgebungen bei Porsche und bei Audi hat die IG Metall ihre Warnstreiks in Baden-Württemberg fortgesetzt. Vor dem Zuffenhausener Werk des Stuttgarter Automobilherstellers Porsche demonstrierten am Donnerstag nach Angaben der IG Metall 3.000 Metallarbeiter. Deutliche Worte fand Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück.

Die Arbeitgeber hätten sich in den ersten drei Verhandlungen der Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie nicht bewegt und wollten „mit uns Spielchen machen“, sagte er. „Das ist unanständig.“

Bei Audi in Neckarsulm versammelten sich nach Gewerkschaftsangaben sogar 7.000 Beschäftigte. Mit den Teilnehmerzahlen bei den beiden Autoherstellern sei der erwartete Zulauf übertroffen worden. Insgesamt waren am Donnerstag Warnstreiks in über 40 Betrieben der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie geplant.

Die Gewerkschaft fordert 6,5 Prozent mehr Lohn für die rund 800.000 Beschäftigten der Branche in Baden-Württemberg sowie die unbefristete Übernahme von Ausgebildeten und mehr Mitbestimmung der Betriebsräte beim Einsatz von Leiharbeitern.

Hück sagte bei der Kundgebung am Porsche-Werkstor, alle drei Punkte müssten am Verhandlungstisch geklärt werden. Die Arbeitgeber warnte er: „Wenn ihr da nicht mitmacht, dann wird der Himmel dunkel. Dann blitzt es.“ Die Beschäftigten hätten das Wachstum erwirtschaftet, deswegen sollten sie auch „ein großes Stück vom Wirtschaftskuchen“ bekommen. „Wir sind keine Bittsteller, sondern wir haben es verdient“, sagte Hück.

Bis spätestens 22. Mai müssten „brauchbare Ergebnisse“ vorliegen, forderte Hück. „Ich will keinen Streik. Aber wenn der Arbeitgeber sich jetzt nicht rührt, dann zwingt er uns.“

Am 8. Mai soll in Sindelfingen weiterverhandelt werden, ein weiterer Termin ist für den 15. Mai angesetzt. Bislang hat der Arbeitgeberverband Südwestmetall eine Lohnerhöhung um drei Prozent bei einer Laufzeit von 14 Monaten angeboten. Die unbefristete Übernahme von Ausgebildeten und mehr Mitbestimmung bei der Einstellung von Leiharbeitern lehnt Südwestmetall weiterhin ab. Die IG Metall sieht in dem Angebot eine „Provokation“.

Hück pochte am Donnerstag insbesondere auf die Übernahme von Ausgebildeten. „Ich finde das eine Schande in diesem Lande, wie man mit jungen Menschen umgeht.“ 40 Prozent der Berufstätigen unter 25 Jahre seien befristet eingestellt oder arbeiteten bei einer Leiharbeitsfirma.

Die Zahl der Leiharbeiter habe sich seit 2003 auf knapp eine Million verdreifacht. Ein Drittel von ihnen verdiene im Monat weniger als 1.200 Euro brutto. Dadurch sei jungen Menschen ein selbstständiges Leben nicht möglich.

Die unsicheren Beschäftigungsverhältnisse seien für die Arbeiter eine große Belastung, sagte der Betriebsratsvorsitzende. „Gier macht krank. Geiz macht krank. Das muss man den Arbeitgebern sagen.“

An der Kundgebung beteiligten sich auch Beschäftigte anderer Unternehmen aus der Metall- und Elektroindustrie, unter anderem von Bosch und ThyssenKrupp. Nach der Kundgebung nahmen sie ihre Arbeit wieder auf. Am Mittwoch hatten nach Angaben der IG Metall bereits 12.000 Metallarbeiter im Südwesten zeitweise die Arbeit niedergelegt.

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