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IG Metall erstmals seit Jahren wieder gewachsen

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20.01.2012

Mitglieder IG Metall erstmals seit Jahren wieder gewachsen

Weltgrößte Gewerkschaft verzeichnet mehr Eintritte als Austritte.

Frankfurt/Main – Nach dem guten Wirtschaftsjahr 2011 hat die IG Metall erstmals seit Jahren wieder einen Mitgliederzuwachs verzeichnet. In der größten freien Gewerkschaft der Welt sind jetzt 2.245.760 Männer und Frauen organisiert, wie der Erste Vorsitzende Berthold Huber am Freitag in Frankfurt am Main bekanntgab. Das waren 6.172 mehr als ein Jahr zuvor. Auf der Jahres-Pressekonferenz der IG Metall forderte er zugleich einen Einkommenszuwachs für die Beschäftigten der Branche in der diesjährigen Tarifrunde.

“Wir haben die Trendwende in der Mitgliederentwicklung geschafft”, sagte Huber. Als besonders erfreulich bezeichnete er die wachsende Zahl junger Gewerkschaftsmitglieder. Um diesen Trend zu verstärken, will sich die IG Metall künftig auch verstärkt um Studenten des Maschinenbaus und der Informatik als künftiges personelles Potenzial für die Branche kümmern. Gedacht ist an Beratung und Serviceleistungen.

Die Beitragseinnahmen der größten Industriegewerkschaft Europas stiegen durch den Mitgliederzuwachs um 17 Millionen auf die Rekordsumme von nunmehr 459 Millionen Euro. “Unsere Streikkasse ist gut gefüllt”, sagte der Zweite Vorsitzende Detlef Wetzel. Eine Empfehlung für die Tarifforderung 2012 will der IG-Metall-Vorstand am 7. Februar abgeben. Eine Zahl nannte Huber deshalb noch nicht. Er betonte aber, die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie hätten sich eine faire Einkommenserhöhung redlich verdient. Zudem stabilisierten höhere Einkommen auch die Binnennachfrage.

Mit dem letzten Abschluss und seinen langen Laufzeiten sei die Gewerkschaft mitten im tiefsten wirtschaftlichen Einbruch der Nachkriegszeit in Vorleistung getreten und habe für Planungssicherheit der Unternehmen gesorgt. 2011 sei dann ein überaus erfolgreiches Jahr für die Branche mit “glänzenden Jahresabschlüssen” geworden. “Unsere Tarifpolitik war einer der wesentlichen Stabilitätsanker in einer volatilen Wirtschaft und wird es auch weiterhin sein”, versprach Huber. Die Tarifpolitik ziele auf sichere Arbeitsplätze und eine angemessene Beteiligung der Beschäftigten an der wirtschaftlichen Entwicklung.

Der Gewerkschaftschef räumte ein, dass 2012 vor allem in der ersten Jahreshälfte von nachlassendem Wirtschaftswachstum geprägt sein werde. Deshalb verfolge die IG Metall weiter eine verlässliche Tarifpolitik. Notwendig sei aber auch, dass die Finanzmärkte endlich wirksam reguliert und Europa stabilisiert würden. Deutschland brauche den Euro. Die Probleme in Europa könnten aber nur mit einer gemeinsamen Wirtschaftsregierung der EU gelöst werden. Zudem plädierte Huber für eine Finanztransaktionssteuer und eine Bankenabgabe, die für zusätzliche Einnahmen in der Europäische Union von über 50 Milliarden Euro sorgen könnten.

Weiter forderte der IG-Metall-Chef Maßnahmen zur Eindämmung des Niedriglohnsektors und eine Ankurbelung des technologischen und ökologischen Strukturwandels. Die Gewerkschaften seien bereit, zusammen mit Politik und Wirtschaft ihren Beitrag zur Energiewende zu leisten.

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