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20.06.2011

Ifo-Ökonom Carstensen greift Griechenland-Politik der Bundesregierung an

München – Der Konjunkturchef des Münchner Ifo-Instituts, Kai Carstensen, hat die Griechenland-Politik der Bundesregierung angegriffen. Der Online-Ausgabe des „Handelsblattes“ sagte Carstensen: „Eine freiwillige Beteiligung der privaten Investoren wird mit großer Wahrscheinlichkeit nicht substantiell sein. Denn wie soll ein Bankvorstand seinen Aktionären erklären, dass er freiwillig auf einen Teil der Ansprüche verzichtet? Diese Freiwilligkeit ist Symbolpolitik, die jeder durchschaut.“

Auch im Bundestag hatte sich Widerstand gegen die Pläne geregt. Carstensen sagte dazu: „Wenn die Bundesregierung es nicht schafft, konsequent und mit einheitlicher Stimme zu sprechen, können wir auch nicht erwarten, dass Europa es tut. Die Konsequenz ist ein Durchwursteln, das die Probleme nicht löst, sondern auf die Zukunft verschiebt.“

Es stehe zu befürchten, dass in einigen Jahren der größte Teil der griechischen Staatsschuld in den Händen der europäischen Nachbarstaaten und der Europäischen Zentralbank sein werde. „Spätestens dann wird wohl eine substantielle Umschuldung kommen – zulasten der Steuerzahler“.

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