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Huntelaar fordert Gomez heraus

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24.02.2012

Schalke 04 Huntelaar fordert Gomez heraus

Schalkes Torjäger will den Münchner Konkurrenten am Sonntag übertreffen.

Gelsenkirchen – Mit seinen roten Backen sah Klaas-Jan Huntelaar aus wie ein kleiner Junge, dem alle Freunde beim Geburtstagsfest schöne Geschenke gemacht hatten. Nach dem 3:1 (2:1, 1:0) nach Verlängerung gegen Viktoria Pilsen genoss es der 28-Jährige, wieder einmal zur Hauptfigur bei Schalke 04 geworden zu sein. Mit seinen Toren in der 8., 106. und 120. Minute steigerte der Niederländer sein Saisonkonto auf den phänomenalen Wert von 33 Treffern in 33 Pflichtspielen der Gelsenkirchener. Doch Huntelaar tat so, als würde ihn das nur am Rande interessieren. „Wichtig ist nur, dass wir weitergekommen sind“, sagte er. Er hatte über einen Fernsehschirm mitbekommen, wie knurrig Trainer Huub Stevens auf seinen Namen reagiert hatte. Mit seinem Landsmann ist auch für einen der besten Torjäger Europas schlecht Kirschen essen, speziell wenn Stevens nicht bester Laune ist.

Doch da die Alleinherrscher über die gegnerischen Strafräume meist nur dann die Siege richtig auskosten können, wenn sie selbst auch ein Tor dazu beisteuern konnten, war dieser Abend für Huntelaar doch ein kleines Fest. „Ich will nur spielen, das mache ich am liebsten“, sagte der Stürmer mit dem Spitznamen „Hunter“ (Jäger). Doch im Topspiel der Schalker beim FC Bayern München am Sonntag nur der Mannschaft anzugehören, reicht ihm natürlich nicht. Er will beweisen, dass er der erfolgreichste Torjäger der Bundesliga ist, besser als der Münchner Mario Gomez, mit dem er noch gemeinsam die Torschützenliste (bisher beide 18) anführt.

„Für seine Treffer-Quote in dieser Saison habe ich als Profi 16 Jahre gebraucht“, lobte Schalke-Manager Horst Heldt den Ausnahmestürmer. Doch Stevens klang unwirsch, als er über seinen Landsmann Huntelaar sprechen musste. „Ich will nicht über einzelne, sondern nur über die Mannschaft reden“, sagte Stevens, der sich ein kleines Lob abrang. „Klaas-Jan hat unheimlich viele Qualitäten.“ Der Trainer war geladen. Die Tatsache, dass es ihn mit Schalke im Achtelfinale am 8. März zu seinen Landsleuten von Twente Enschede führt wird, milderte seinen Ärger kaum.

Stevens missfiel, dass Huntelaar in der 85. Minute eine ausgezeichnete Torchance zum 2:0 ausgelassen hatte, weil er mit einem Schuss in den Winkel ein „Tor des Jahres“ erzielen wollte. Weil das nicht klappte, musste der Pokalsieger schließlich doch noch in die Verlängerung, da die Pilsener, obwohl sie nach der Roten Karte für Marek Bakos (60. Minute) nur noch zu zehnt waren, in der 88. Minute das 1:1 erzielten. Dass 30 Minuten kraftraubende Extraarbeit geleistet werden mussten, lastete Stevens Huntelaar an. Die Zusatzbelastung könnte den Münchnern, die ohnehin einen Tag mehr Pause haben, in die Karten spielen.

Die beiden Treffer von Huntelaar in der Verlängerung stimmten den Trainer kaum milder. Huntelaar gehört mit seiner Ausbeute von 18 Toren in der Bundesliga, fünf im DFB-Pokal und zehn in der Europa League zu den erfolgreichsten Saison-Torschützen Europas, aber Stevens erzählte über die Sturmprobleme von Vize-Weltmeister Niederlande und lobte Robin van Persie vom FC Arsenal.

Die Partie in München hat für Schalke eine höhere Bedeutung als der Auftritt gegen Pilsen, der den angeschlagenen Bayern kaum Furcht eingeflößt haben wird. „Es wäre natürlich für die Mannschaft gut, wenn ich gegen die Bayern treffen würde“, sagte Huntelaar. Dass sein Duell mit Gomez in den Blickpunkt gerät, gefällt ihm. Der Münchner hat in 33 Pflichtspielen für die Bayern bisher 27 Tore erzielt. Größer wird der Vorsprung Huntelaars, wenn noch die Länderspiele dieser Saison dazu gerechnet werden. Dann kommt der Holländer auf 37 Tore in 38 Spielen, Gomez auf 29 in 37 Spielen. Doch veredelt wird der persönliche Erfolg nur mit dem Titel. „Es bringt dir nichts, wenn du viele Tore schießt und nicht Meister wirst“, ließ sich Gomez zum Stürmerduell vernehmen.

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