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Hunderte Menschen gedenken Arzu Ö.

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22.01.2012

Tötung Hunderte Menschen gedenken Arzu Ö.

Trauermarsch und Gottesdienst in Detmold – Eltern halten sich für unschuldig.

Detmold – Trauer um Arzu Ö.: Mehrere hundert Menschen haben in Detmold der getöteten Kurdin Arzu Ö. gedacht. Etwa 400 Menschen bildeten am Samstag einen stillen Trauermarsch durch die Stadt. Einige Teilnehmer trugen Transparente oder weiße Rosen mit sich. Den Startpunkt bildete die Bäckerei, in der die 18-Jährige vor ihrem Tod gearbeitet hatte. Bereits am Freitagabend hatten 100 Menschen mit einem Trauergottesdienst in Detmold an die junge Frau erinnert, die einem Ehrenmord zum Opfer gefallen sein soll.

Die Leiche war eine Woche zuvor in Lübeck entdeckt worden. Die Kurdin soll Anfang November von ihren Geschwistern aus der Wohnung ihres deutschen Freundes in Detmold entführt worden sein. Anschließend wurde sie unter bislang ungeklärten Umständen umgebracht. Die Ermittler gehen davon aus, dass die junge Kurdin von Familienmitgliedern umgebracht wurde, weil die jesidische Familie die Beziehung zu dem deutschen Freund nicht duldete.

Fünf Geschwister der Toten sitzen in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt außerdem den Vater, in das Verbrechen verwickelt zu sein.

Ein jesidischer Geistlicher sagte während des Gottesdienstes, auch die Angehörigen seiner Glaubensrichtung verstünden nicht, wie jemand so eine Tat begehen könne. Der evangelische Pfarrer Dieter Bökemeier betonte, dass der Mord an der jungen Frau “den Ort verändert” habe.

Unterdessen weisen die Eltern von Arzu Ö. jede Verantwortung für die Entführung und den Tod der 18-Jährigen zurück. Arzus Vater Fendi Ö. sagte dem Bielefelder “Westfalen-Blatt” (Samstagausgabe), die Gerüchte, er habe seinen Söhnen und seiner ältesten Tochter den Auftrag gegeben, Arzu etwas anzutun, stimmten nicht. “Meine Tochter war ein Stück von mir! Wie könnte ich wollen, dass ihr etwas passiert?”

Auch die Annahme der Staatsanwaltschaft, Arzu habe für ihr Verhältnis zu einem Nichtjesiden büßen müssen, sei falsch: “Wir wussten doch überhaupt nicht, dass unsere Tochter diesen Freund hatte.” Zum Zerwürfnis mit seiner Tochter sei es allein wegen schulischer Probleme gekommen.

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