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Berthold Huber

© IG Metall

13.01.2013

Luxusreisen-Affäre Huber fordert „gleiche Maßstäbe“ für Aufsichtsräte

Huber sprach seinem Vorstandskollegen Eichler sein Vertrauen aus.

Berlin – In der Diskussion über die Luxusreisen im ThyssenKrupp-Aufsichtsrat hat IG-Metall-Chef Berthold Huber gleiche Maßstäbe für Vertreter der Arbeitnehmer- und der Kapitalseite angemahnt. „Offensichtlich kümmert es niemanden, ob Vertreter der Anteilseigner erster Klasse fliegen oder sich von den Tantiemen vielleicht ein privates Ferienhaus kaufen“, sagte Huber dem „Handelsblatt“ (Montagausgabe). Wer die Unabhängigkeit von Arbeitnehmervertretern in Aufsichtsräten anzweifle, müsse „dieselben Fragen ja wohl konsequenterweise auch an die Vertreter der Kapitalseite“ richten, forderte er. „Also bitte: Gleiche Maßstäbe für alle!“

Huber sprach seinem Vorstandskollegen Eichler in dessen Funktion als geschäftsführendes Vorstandsmitglied und Hauptkassierer der IG Metall sein Vertrauen aus. „Der Fehler, die Bertin Eichler selbst eingestanden hat, liefert aus meiner Sicht keinen Anlass für Konsequenzen im Hinblick auf seine Aufgaben bei der IG Metall“, sagte Huber. Eichler habe „seit vielen Jahren das Vertrauen der Gewerkschaft“ und sei im Übrigen auf dem Gewerkschaftstag 2011 mit einem Ergebnis von fast 98 Prozent im Amt bestätigt worden.

Der IG-Metall-Chef wies den Verdacht zurück, Eichler habe sich durch die Erste-Klasse-Flüge in seiner Arbeit als Aufsichtsrat beeinflussen lassen. Die Flüge „hätten so nicht stattfinden sollen“, sagte er. „Aber ich sehe nicht, dass jemand dafür gleich seine Überzeugungen an den Nagel hängt, schon gar nicht Bertin Eichler.“

Hintergrund: Eichler hatte sich in den Jahren 2004 bis 2012 in seiner Funktion als stellvertretender Aufsichtsratschef von ThyssenKrupp zu fünf Luxusreisen mit Erste-Klasse-Flügen einladen lassen. Nach dem Bekanntwerden der Reisen durch einen Bericht des „Handelsblatts“ (Freitagausgabe) hatte Eichler angekündigt, nicht erneut für den Aufsichtsrat von ThyssenKrupp zu kandidieren.

Dass das Ansehen des deutschen Mitbestimmungsmodells unter Vorgängen wie bei ThyssenKrupp grundsätzlich leiden könnte, befürchtet Huber nicht: „Wenn es gelegentlich einzelne Fehler von einzelnen Personen gibt, ist das noch lange kein vernünftiger Maßstab dafür, ob ein System als solches gut funktioniert oder nicht.“

Im Übrigen sehe „auch die Bundeskanzlerin in unserer Mitbestimmung ausdrücklich ein Erfolgsmodell und einen Wettbewerbsvorteil für Deutschland“, betonte Huber.

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