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16.01.2010

HTML5 Zukunft: Browser greift auf Webcam zu

Mountain View – Die der Weiterentwicklung von HTML verschriebene Web Hypertext Application Technology Working Group (WHATWG) hat die Idee des Elements <device> vorgestellt. Damit soll Webseiten Zugriff auf diverse Geräte wie beispielsweise die Webcam eines PCs ermöglicht werden. Mit der Arbeit an solchen Konzepten wendet sich die Gruppe der HTML-Zukunft zu, da sich HTML5 der offiziellen Fertigstellung nähert. Langfristig könnten Video-Konferenzen somit ganz ohne Plug-ins direkt im Browser stattfinden. Wann genau das Realität wird, steht freilich noch nicht fest – auch, weil die Entwicklung von HTML selbst im Umbruch begriffen ist. Eine nächste große Version des Protokolls und somit „HTML6“ wird es vielleicht nie geben. Die WHATWG plant den Umstieg auf ein versionsfreies Entwicklungsmodell. Wie stabil einzelne Teile der Spezifikation sind, wäre dann in den einzelnen Abschnitten vermerkt.

Gerätezugriff für Video-Konferenzen

Prinzipiell würde das <device>-Element den Zugriff auf diverse Geräte ermöglichen. Doch gerade mit Webcams liefert Google-Mitarbeiter Mark Pilgrim im WHATWG-Blog ein anschauliches Beispiel für die damit verbundenen Möglichkeiten. In Verbindung mit Web-Sockets zur Übertragung aufgenommener Video-Streams und dem in HTML5 enthaltenen <video>-Element, das ein Abspielen ohne Flash oder andere Plug-ins ermöglicht, könnte eine Video-Konferenz direkt im Browser und ganz ohne proprietäre Erweiterungen abgehalten werden. Freilich ist das noch Zukunftsmusik. Die Programmierschnittstelle für das <device>-Element existiert bislang nicht einmal prototypisch und theoretisch könnte die Idee auch umgehend wieder verworfen werden. Auch Web-Sockets sind bisher nur in Chrome implementiert. Selbst das Abspielen des Videos wäre noch ein Problem, denn wie Pilgrim einräumt, gibt es bisher keine Einigung auf einen Standard für das zu nutzende Video-Codec.

HTML-Weg ohne Microsoft

Mozilla, Opera und Apple waren bereits zu ihrer Gründung in der WHATWG vertreten und es kann wohl davon ausgegangen werden, dass sie die Idee des versionsfreien Entwicklungsmodells mittragen. Darauf, ob und wie Microsoft reagiert, darf man hingegen gespannt sein. Die Redmonder sind bislang nicht in der WHATWG involviert und orientieren sich eher an den offizielleren W3C-Spezifikationen. Dabei hinkt Microsoft schon jetzt in der Unterstützung aktueller HTML-Trends in ihrem Browser hinterher. Während die Konkurrenten bereits in aktuellen Browser-Versionen erste Teile von HTML5 verbaut haben, wurde das aus Redmond erst für den Internet Explorer 9 in Aussicht gestellt. Um dem aktuellen IE8 HTML5-Beine zu machen, hat Google ein spezielles Plug-in veröffentlicht.

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