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HSV erlebt gegen Stuttgart sportliches Debakel

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03.03.2012

1. Bundesliga HSV erlebt gegen Stuttgart sportliches Debakel

Rot für Guerrero bei 0:4-Niederlage – Zwei Foulelfmeter – VfB kann wieder an Europa denken.

Hamburg – Wie geprügelte Hunde schlichen die Spieler des Hamburger SV nach der 0:4 (0:2)-Niederlage gegen den VfB Stuttgart vom Platz. Die beim Schlusspfiff noch verbliebenen Zuschauer waren sogar zu fassungslos um zu pfeifen, nicht einmal die zwei Foulelfmeter für den VfB wollte jemand als Entschuldigung anführen. Es war ein sportliches Debakel, die schwächste Leistung, seit Trainer Thorsten Fink Mitte Oktober beim HSV angeheuert hat. Vedad Ibisevic (23. Minute), Zdravko Kuzmanovic (31./47. – per Foulelfmeter) und Martin Harnik (90.) schossen vor 55.263 Zuschauern die Tore für den in allen Belangen überlegenen VfB. Zu allem Überfluss kassierte Stürmer Paolo Guerrero (54.) auch noch eine Rote Karte.

„Wir haben nicht mit der Leidenschaft gespielt, wie ich mir das vorstelle“, sagte Fink, „wir haben die entscheidenden Zweikämpfe und zweiten Bälle nicht gewonnen.“ Sein Kollege Bruno Labbadia, dessen Team den ersten Auswärtssieg seit Ende September feierte, freute sich: „Es war taktisch und von der mannschaftlichen Geschlossenheit ein sehr gutes Spiel von uns.“ Der VfB kann nun wieder Richtung Europa League schauen, für den HSV geht es nach dem vierten sieglosen Heimspiel in diesem Jahr in dieser Saison endgültig nur noch gegen den Abstieg.

„Wenn man einen schlechten Tag hat, muss man wenigstens Leidenschaft zeigen“, schimpfte HSV-Kapitän Heiko Westermann. „Das war nicht akzeptabel.“ Kollege Marcell Jansen schimpfte auf seinen Kollegen Guerrero: „Er muss an der Eckfahne keine Zeichen setzen, das geht so gar nicht.“ Der Peruaner ließ sich in der 54. Minute zu einem brutalen Einsteigen von hinten in die Kniekehle von Torwart Sven Ulreich hinreißen. Westermann kündigte Konsequenzen an: „Darüber werden wir noch zu reden haben. Das darf ihm nicht passieren, bei seiner Erfahrung. Er schädigt nicht nur sich, sondern die ganze Mannschaft.“

Während der Partie entzündete sich der Zorn der Norddeutschen auch an Schiedsrichter Peter Sippel, der mit seinen harten Strafstoßentscheidungen das Spiel mitentschied. Vor dem ersten ließ Slobodan Rajkovic den Japaner Schinji Okazaki ungeschickt auflaufen. Beim zweiten suchte Martin Harnik im Laufduell mit Rajkovic am Strafraumrand das Foul und sank schließlich hin. Erst nach Intervention seines Linienrichters zeigte der Unparteiische zum Entsetzen der Hausherren auf den Punkt.

Der VfB war in jeder Beziehung besser. Die Schwaben waren eng am Mann, kompromisslos im Zweikampf und machten konsequent die Räume dicht und hatten vor allem durch Harnik in der ersten Hälfte weitere Großchancen. Die Norddeutschen, bei denen sich Nationalspieler Dennis Aogo nach dem Warmmachen mit Wadenproblemen abmelden musste, wirkten dagegen im Vergleich zu den letzten Auftritten seltsam unbeteiligt und ohne Durchschlagskraft im Angriff.

Erst in der 43. Minute kam Guerrero aus zwölf Metern zu einem Torschuss aus dem Spiel heraus. Nach dem Seitenwechsel war die Begegnung durch das 0:3 und den Platzverweis für Guerrero schnell entschieden. Der VfB tat nicht mehr als notwendig, der HSV bemühte sich zwar um den „Ehrentreffer“, der Glaube an einen Punktgewinn war aber nicht mehr da.

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