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Hoffen auf Gewissheit nach 30 Jahren

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03.03.2012

Fall Lolita Brieger Hoffen auf Gewissheit nach 30 Jahren

Mordprozess im Fall Lolita Brieger beginnt in Trier.

Trier – Wie kam Lolita Brieger vor 30 Jahren zu Tode? Mit dieser Frage beschäftigt sich ab Dienstag (6. März, 9.00 Uhr) das Landgericht Trier. Angeklagt wegen Mordes ist ein heute 50 Jahre alter Landwirt aus Scheid in der Vulkaneifel – der damalige Freund der jungen Frau, die im Herbst 1982 spurlos verschwand. Bislang schweigt der Mann. Erst im Herbst vergangenen Jahres fand die Polizei Briegers Leiche auf einer Mülldeponie.

Nur wenige Kilometer trennen die Schauplätze des Geschehens. Doch zwischen dem, was sich im November 1982 in dem kleinen Eifeldorf Scheid zugetragen haben soll, und dem nun beginnenden Prozess liegen Jahrzehnte. In der Zwischenzeit starb mit dem Vater des Angeklagten ein potenzieller Mitwisser, folgt man der Überzeugung der Staatsanwaltschaft. Er sei vehement gegen die Beziehung seines Sohns zu der jungen Frau aus dem nordrhein-westfälischen Nachbarort Frauenkron gewesen. Als Lolita Brieger ein Kind erwartete, habe dies die Spannungen verschärft.

Lolita Brieger war im vierten oder fünften Monat schwanger, als sie und das ungeborene Kind getötet wurden. Laut Anklage wollte sich ihr damaliger Freund von ihr trennen. Als sie ihn umzustimmen versuchte, habe er sie am Nachmittag des 4. November 1982 in einen Schuppen unweit seines Elternhauses gelockt und dort erdrosselt. Anschließend habe er die Leiche in Folie eingerollt und wenige Tage später auf der Mülldeponie von Frauenkron vergraben, die später stillegelegt wurde.

29 Jahre lang fehlte von Lolita Brieger jede Spur. Dass sie einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen war, galt früh als sicher. Doch die Ermittler der Kriminalpolizei Trier tappten im Dunkeln. Zwar wurde der nun Angeklagte 1984 und 1987 vernommen, doch er bestritt, Brieger am Tag ihres Verschwindens getroffen zu haben. Erst im vergangenen Herbst nahm der Fall eine spektakuläre Wende. Nach der Ausstrahlung der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst…“ meldete sich ein Freund des Landwirts und gab an, diesem seinerzeit beim Verstecken der Leiche geholfen zu haben.

Das führte zu der Verhaftung des Beschuldigten. Bislang schweigt der mutmaßliche Mörder. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, ihm die Tat nachweisen zu können. Viel dürfte hierbei von der Aussage des Zeugen abhängen, der die Ermittler auch zur Leiche führte. An der Tat soll er zwar nicht beteiligt gewesen sein, doch wird er seinen Freund wohl gefragt haben, wie Lolita Brieger zu Tode kam.

Auch die Mutter und eine Schwester von Lolita Brieger wollen den Landwirt verurteilt sehen. Sie treten in dem Prozess als Nebenklägerinnen auf. Denkbar ist auch, dass der Angeklagte und seine Verteidiger versuchen werden, die Tat als Totschlag darzustellen. Dann wäre sie bereits verjährt.

Die Überreste von Lolita Briegers Leiche wurden im November neben dem Grab ihres Vaters beigesetzt. Die Hinterbliebenen wollen nun Gewissheit darüber, wie sie zu Tode kam. Das Landgericht Trier hat für die Hauptverhandlung acht Verhandlungstage angesetzt.

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