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Uli Hoeneß

© BMK / CC BY-SA 3.0 DE

18.08.2011

Champions-League Hoeneß rüttelt die Bayern wach

Kurze aber heftige Ansprache in der Kabine.

München – Die internationalen Erfolge des FC Zürich liegen schon eine Weile zurück. 1964 und 1977 schaffte es das Team vom Letzigrund bis ins Halbfinale des Europapokals der Landesmeister. Damals war erst gegen Real Madrid beziehungsweise den FC Liverpool Endstation. In jüngerer Vergangenheit gelang 2009 immerhin der Einzug in die Gruppenphase der Champions League. Nach einer Wiederholung dieser Erfolge sieht es in der Saison 2011/12 nicht aus.

Im ersten von zwei Qualifikationsspielen um den Einzug in die Königsklasse hat sich der FC Bayern München mit 2:0 (1:0) gegen den «Stadtklub» aus Zürich durchgesetzt. Damit hat das Team von Jupp Heynckes vor dem Rückspiel am kommenden Dienstag alle Chancen, sich gegen die Schweizer durchzusetzen und die Gruppenphase zu erreichen.

Bayern verfällt nach der Führung in alte Muster

Nach einer Kopfballgelegenheit für die Underdogs aus Zürich (Chermiti, 5. Minute) begann die Partie für die Bayern mit einem Paukenschlag. Arjen Robben ging auf der linken Seite bis zur Grundlinie durch und fand in Bastian Schweinsteiger einen dankbaren Abnehmer seiner Flanke. Schweinsteiger, der zu Beginn der Woche von Ex-Nationalkeeper Oliver Kahn kritisiert worden war, köpfte von der überforderten Züricher Abwehr völlig alleingelassen zum 1:0 ein (8.).

Kurz darauf hatte der zweite von Kahn Gescholtene, Kapitän Philipp Lahm, die Chance zum 2:0. Doch der «kleine Capitano» scheiterte an FCZ-Keeper Johnny Leoni. Bis dahin war das Spiel der Bayern flüssig, kreativ und kombinationsstark. In der restlichen halben Stunde der ersten Hälfte war davon nicht mehr viel zu sehen. Bayern schaltete gegen harmlose Eidgenossen zwei Gänge zurück und verfiel in alte Muster: unnötige Fehler im Spielaufbau, zu wenig Esprit und Bewegung und damit kaum Anspielstationen. Hätte der Ex-Berliner Amine Chermiti etwas mehr Glück beim Torabschluss nach einem Freistoß gehabt (37.) und zum 1:1 ausgeglichen, hätten sich die Bayern nicht beschweren dürfen.

Das stieß wohl auch Uli Hoeneß bitter auf. So soll der Bayern-Präsident eine kurze und heftige Ansprache in der Kabine gehalten und seine Profis daran erinnert haben, dass in beiden Qualifikationsspielen 20 Millionen Euro auf dem Spiel stehen.

Bayern schwungvoller, Gomez unglücklich

Hoeneß‘ Appell verfehlte sein Ziel offenbar nicht. Deutlich schwungvoller als in den ersten 45 Minuten trat der deutsche Rekordmeister in der zweiten Hälfte auf. Der erneut unglückliche Mario Gomez vergab zunächst die große Chance zum 2:0, als er von Ribéry wunderbar bedient, den Ball aber nur in die Wolken schoss (51.). Zwei Minuten später scheiterte Lahm nach einem Ribéry-Distanzschuss an Keeper Leoni; und in der 60. Minute klatschte Ribérys Freistoß nur an den Pfosten. «Wir haben zu Anfang der zweiten Halbzeit mehr Tempo gemacht, aber man muss das Tempo auch wechseln. Mit Tempowechseln macht man auch gegnerische Mannschaften verrückt», analysierte Münchens Trainer Jupp Heynckes und fügte an: «Wir müssen aggressiver spielen.»

So mussten die 66.000 Zuschauer in der Münchner Allianz-Arena bis zur 72. Minute warten, ehe Arjen Robben das erlösende 2:0 erzielte. Aus halbrechter Position zog der Niederländer einfach ab und ließ dem etwas zu weit vor seinem Kasten stehenden Leoni keine Chance. Weil Gomez auch in der 83. Minute und 88. Minute kein Fortune im Torabschluss hatte, blieb es bei dem Ergebnis. Für den Schlusspunkt der Partie sorgte Zürichs Verteidiger Mathieu Beda, der nach einem Foul in der Nachspielzeit das Feld mit Gelb-Rot verlassen musste.

«Wenn man so überlegen spielt wie wir in der zweiten Halbzeit muss man die Chancen verwerten. Das haben wir nicht getan. Deshalb muss man mit dem 2:0 zufrieden sein», fasste Heynckes seine Eindrücke zusammen. «Wir müssen realisieren, dass wir noch nicht gut genug spielen. Wir machen noch zu viele Fehler», urteilte Torschütze Robben.

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