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Höllenritt von Paris St. Germain

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26.02.2012

Frankreich Höllenritt von Paris St. Germain

Paris St. Germain nutzt das spektakuläre 4:4 gegen Lyon als Team-Building.

Lyon – Am Ende dieses „unglaublichen Spiels“ sah Carlo Ancelotti in seiner zusammengewürfelten Truppe endlich eine Mannschaft. Zwar hatte das mit den Millionen von Investor Nasser Al-Khelaifi aufgerüstete Paris St. Germain durch das 4:4 am Samstagabend bei Olympique Lyon die Tabellenführung an Außenseiter Montpellier verloren, doch der Trainer fand nur lobende Worte für sein Team. „Wir haben Charakter gezeigt. Ich bin sehr zufrieden“, befand Ancelotti.

Eben jener Charakter wurde PSG in der französischen Fußball-Meisterschaft oft abgesprochen. Mehr als 100 Millionen Euro waren in zwölf neue Spieler investiert worden, vier davon stießen im Winter zum Verein. Doch erst mit der Verpflichtung von Ancelotti scheint das Projekt so etwas wie Struktur zu bekommen. In neun Spielen unter dem Italiener gab es noch keine Niederlage.

„Fünf verrückte Minuten“

In Lyon sah es lange Zeit allerdings danach aus. Das in dieser Saison nur mäßige Olympique hatte aus einem 0:1 binnen „fünf verrückten Minuten“, wie PSG-Sportchef Leonardo es beschrieb, ein 3:1 herausgeschossen. „Nachdem Lyon kurz nach der Halbzeit noch das vierte Tor geschossen hatte, sah es nach unserem Ende aus“, sagte Leonardo.

Es war allerdings mehr der Anfang eines denkwürdigen Sturmlaufs des Star-Ensembles. „Paris kehrt aus der Hölle zurück“, titelte die Sporttageszeitung „L’Equipe“ am Sonntag. Leonardo fand: „Angesichts der Chancen hätten wir sogar 6:4 gewinnen können. Doch es reichte „nur“ zu einem Punkt. Guillaume Hoarau, der bereits die Führung erzielt hatte, legte für Verteidiger Ceara auf – 3:4. In der vierten Minute der Nachspielzeit war Hoarau erneut zur Stelle und köpfte den Ausgleich.

Montpellier vorn

Dass in Hoarau ein Spieler der zweiten Reihe zum Matchwinner avancierte, sahen die Verantwortlichen von PSG als Zeichen der Stärke ihres Teams. „Das ist ein wichtiger Moment“, betonte Leonardo. „Es ist nicht einfach, eine Mannschaft zu formen. Es gab viele Veränderungen. Aber wir haben den Glauben nie verloren und gehen nun mit einem starken, inneren Gefühl.“

Ein weniger behagliches Gefühl dürfte Leonardo und Co. allerdings noch beim Blick auf die Tabelle überkommen. Dort ist Montpellier durch ein 1:0 gegen Bordeaux an PSG vorbeigezogen und hat nun einen Punkt Vorsprung. Doch das, versicherte Leonardo noch schnell, sei nur eine Momentaufnahme.

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