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Hochtief schockiert die Börse

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29.02.2012

Keine Dividende Hochtief schockiert die Börse

Baukonzern will nach hohen Verlusten für das Geschäftsjahr 2011 keine Dividende Zahlen.

Düsseldorf – Deutschlands größter Baukonzern Hochtief schockiert die Börse: Nach hohen Verlusten im Geschäftsjahr 2011 will das Unternehmen keine Dividende an seine Aktionäre zahlen. Der Kurs der Hochtief-Aktie brach daraufhin am Mittwoch zeitweise um fast neun Prozent ein. Doch soll schon 2012 die Rückkehr in die Gewinnzone gelingen.

2011 war für Hochtief ein rabenschwarzes Jahr. Wegen hoher Verluste der australischen Tochter Leighton und Millionenabfindungen für die nach der Übernahme durch den spanischen Konkurrenten ACS ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder musste der Konzern unter dem Strich einen Verlust von 166,3 Millionen Euro ausweisen. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 288 Millionen Euro gemacht.

Dennoch blickt Konzernchef Frank Stieler optimistisch in die Zukunft. Schon im laufenden Geschäftsjahr soll der Konzerngewinn wieder fast das Niveau des Rekordjahres 2010 erreichen. Der Manager betonte, der Bauriese sehe weltweit große Wachstumschancen im Energiesektor und in der Verkehrsinfrastruktur.

In den kommenden fünf Jahren will Hochtief auch dank der Energiewende in Deutschland im Energiesektor um 40 Prozent wachsen. Der Konzern will sich an der Entwicklung von Hochsee-Windparks beteiligen, in den Stromleitungsbau einsteigen und auch mit dem Bau von Gasverflüssigungsanlagen und Pipelines Geld verdienen.

Große Wachstumschancen biete daneben auch der Bereich Verkehrsinfrastruktur, sagte Stieler. „Wir sind davon überzeugt, dass der Weg nun frei ist, um mit dieser Ausrichtung neue Erfolge zu erringen.“

Neue Umsatz- und Gewinnrekorde sind allerdings kurzfristig nicht zu erwarten. Der Auftragseingang, der Auftragsbestand und die Umsatzerlöse würden sich 2012 voraussichtlich unterhalb des hohen Niveaus des Vorjahres normalisieren. Das Ergebnis vor Steuern und der Konzerngewinn würden „leicht unterhalb des Rekordjahres 2010“ liegen, prognostizierte das Unternehmen.

Tatsächlich gibt es im Hochtief-Konzern noch viele Baustellen. Der angestrebte Verkauf der Flughafensparte und der Beteiligungsgesellschaft Aurelis, die zusammen Milliarden in die Konzernkasse spülen sollten, erweist sich weiter als ausgesprochen schwierig. Hochtief erwägt deshalb nun, Teile des Aurelis-Immobilienportfolios separat zu verkaufen.

Nach wie vor kämpft der Konzern auch mit Spätfolgen der Übernahme durch den spanischen Rivalen ACS. In einem Schiedsverfahren streitet Hochtief mit damals ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern über deren Ansprüche aus langfristigen Bonusprogrammen. Insgesamt summiert sich die Summe der von den ausgeschiedenen Managern teils bereits erhaltenen, teils noch geforderten Abfindungen auf rund 35 Millionen Euro.

An der Börse verlor die Hochtief-Aktie zeitweise fast neun Prozent an Wert, erholte sich dann aber etwas. Am späten Nachmittag lag sie noch rund 4,5 Prozent unter dem Schlusskurs von Dienstag.

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