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Historie spricht im Titelkampf für Dortmund

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29.01.2012

1. Bundesliga Historie spricht im Titelkampf für Dortmund

Das Problem der Münchner im Titelkampf ist die Champions League.

Köln – Den Titelkampf in der Bundesliga zu verfolgen, ist faszinierend, weil die “fantastischen Vier” mit unterschiedlichen Vorzeichen an ihre Aufgaben gehen. Sicherlich ist bei den meisten Fußball-Interessierten das Gefühl vorhanden, dass sich letztlich nur zwei um die deutsche Fußball-Meisterschaft 2012 streiten. Beim Duell zwischen Bayern München und Borussia Dortmund spricht aus meiner Sicht die Historie für den Titelverteidiger: Die Schwarzgelben haben schon 1956/1957 und 1996/1997 jeweils Doppelmeisterschaften geholt.

Tatsächlich hinterlässt der BVB selbst ohne Mario Götze einen hervorragenden Eindruck zum Beginn der Rückrunde, während die Münchner sich schwerer tun. Dennoch ist der Respekt der Konkurrenten vor den Bayern so riesig. Niemand außer den Münchnern traut sich, den Titelgewinn als Ziel zu formulieren. Die Bayern setzen sich selbst unter einen fast wahnsinnigen Druck, wenn sie die Meisterschaft für sich reklamieren. Sie brauchen diesen Druck aber auch, er ist sogar ein Teil der Strategie der Vereinsführung, den Titel wie selbstverständlich von ihrer Mannschaft zu fordern.

In Dortmund, Schalke und Mönchengladbach aber ist das Wort Meisterschaft ein Tabu, weil sich keiner freiwillig den Druck aufladen will. 2002 mussten wir bei Borussia Dortmund unseren Trainer Matthias Sammer fragen: Willst Du eigentlich nicht Meister werden? So sehr hat er sich gesträubt, bis der Titelgewinn feststand. Rudi Assauer wurde als Schalke-Manager zeitweise vorgeworfen, dass es mit der Meisterschaft nichts wurde, weil er mit seinen Prognosen das Team negativ beeinflusst hätte. Nur die Bayern gehen das Thema offensiv an.

Es ist verständlich, dass sich die anderen zurückhalten. Gladbach wäre fast abgestiegen. Dass die Schalker einen Platz in der Champions League als Wunschziel betrachten, ist eine realistische Einschätzung. In Dortmund gehört es aber bewusst zur Strategie, das M-Wort zu meiden. Das ist der alternative Weg zu den Bayern, im vorigen Jahr war er von Erfolg gekrönt.

Das Problem der Münchner im Titelkampf ist die Champions League. Die Bundesliga wird für den FC Bayern durch die Highlights in der Königsklasse unterbrochen, das ist ein Riesenvorteil für die anderen. Die Münchner haben es sicher nicht gerne gesehen, dass Dortmund nach den Gruppenspielen schon ausgeschieden ist.

In einigen Vereinen herrscht noch eine erhöhte Betriebsamkeit bis Dienstag, 18.00 Uhr, wenn die Deutsche Fußball-Liga das Transferfenster schließt. Der Zeitpunkt, im Winter neue Spieler zu verpflichten, ist eigentlich nicht ideal. Oft werden die Transfers aus der Not geboren, um die gesetzten Ziele noch zu verwirklichen. Verletzte Spieler oder Spieler, deren Formkurve nach unten ging, werden ersetzt. Vieles wird dabei in allerletzter Minute abgewickelt, speziell die englischen Klubs greifen oft ganz spät zu, weil sie sich so von den Verhandlungspartnern besser Konditionen versprechen.

In den vergangenen Jahren ist der Bereich der Spielerberater und Spielervermittler, die an den Transfers mitwirken, professioneller geworden. Es ist ein Gilde entstanden, bei der man sich nicht mehr dafür schämen muss, sie zu kennen. Aber es ist richtig, darauf hinzuweisen, dass auf Seite der Spielerberater, aber auch auf Seite der Vereine Compliance-Regeln aufgestellt werden müssen. Die Selbstverpflichtung, Gesetze und Regelungen einzuhalten, sollte selbstverständlich sein. Aber der deutsche Profi-Fußball kann auch darauf hinweisen, dass seit dem Bundesliga-Skandal in den 70er Jahren nichts Negatives mehr passiert ist, der Wettbewerb wurde nicht noch einmal torpediert durch Manipulation.

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