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Heynckes im Heimaturlaub

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02.03.2012

FC Bayern München Heynckes im Heimaturlaub

Rückkehr nach Leverkusen – „Hatten sehr guten Draht zueinander“ – Schweres Erbe für Dutt.

Köln – Jupp Heynckes konnte die Rückkehr in seine Vergangenheit offenbar kaum erwarten. Bereits seit Donnerstag befindet sich Bayern München im Kurztrainingslager in Köln, unweit von Leverkusen entfernt. Heynckes selbst weilte bereits Anfang der Woche im Rheinland. „Das hat auch gut getan. Ich freue mich auf das Wiedersehen mit meinen ehemaligen Spielern. Wir hatten einen sehr guten Draht zueinander. Wenn die Jungs nicht gewesen wären, wäre ich heute nicht Trainer des FC Bayern“, sagt „Don Jupp“ vor dem Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen am Samstag (15.30 Uhr).

Zwei Jahre war Heynckes bis zum Sommer 2011 Trainer unterm‘ Bayer-Kreuz, und in dieser Zeit hat der 66-Jährige die Freude am Trainergeschäft wiedergefunden. Galt er zuvor noch als Relikt vergangener Tage, erlebte die Bundesliga einen völlig veränderten Heynckes. Gelassener, souveräner und lockerer denn je kam er daher. Bei den jungen Spielern traf er den richtigen Ton.

Dabei hatte er mit dem Fußball eigentlich schon abgeschlossen, als er im Januar 2007 seinen Rücktritt bei Borussia Mönchengladbach erklärte. Heynckes galt als Auslaufmodell, als Trainer der alten Schule. Dann half er nach der Entlassung von Jürgen Klinsmann für fünf Spiele bei den Bayern aus und rief sich so in Erinnerung bei Völler, der direkt zugriff.

Dutt: „Man spürt große Wertschätzung“

Heynckes hat Eindruck hinterlassen, auch mehr als ein halbes Jahr später wird in Leverkusen noch in höchsten Tönen vom Trainer gesprochen. Das muss sein Nachfolger Robin Dutt täglich feststellen. „Wenn man im Verein über Jupp und Peter (Co-Trainer Herrmann, Anm. d. Red.) spricht, dann spürt man eine große Wertschätzung für die beiden. Sie haben nicht nur sportlich gute Arbeit geleistet, sondern auch menschlich“, sagt Dutt.

Dutt muss mehr und mehr feststellen, dass er ein schweres Erbe angetreten hat. Denn sportlich hat Heynckes den Klub nach sieben Jahren zurück in die Champions League geführt. Mit einem zweiten Platz verabschiedete er sich im vergangenen Sommer gen München, nachdem er im Jahr zuvor immerhin Platz vier erreicht hatte. So bezeichnete Rudi Völler die Verpflichtung von Heynckes einst als „Glücksfall“.

Heynckes nimmt Dutt in Schutz

Ob der frühere DFB-Teamchef das irgendwann auch von Dutt behaupten wird, ist fraglich. Mit Platz fünf und einer bislang enttäuschenden Saison blieb Bayer weit hinter den Erwartungen zurück. Doch Heynckes wäre nicht Heynckes, würde er seinen Nachfolger nicht in Schutz nehmen. „Dafür gibt es Gründe. Es waren viele Leistungsträger verletzt, aber die Mannschaft hat sich gefunden. Die Automatismen greifen wieder. Das war nur eine Frage der Zeit“, ergänzt der Weltmeister von 1974.

Auch wenn er die Entwicklung in Leverkusen nach eigenen Angaben nicht genau verfolgt, hat er „seine Mannschaft“ aber doch ins Herz geschlossen. Das beruht auf Gegenseitigkeit. „Er hat Erfahrung, Qualität und eine natürliche Autorität. Kein Spieler ist bei ihm schlechter geworden, jeder hat sich positiv entwickelt“, schwärmte etwa Bayer-Kapitän Simon Rolfes.

Mit den Nettigkeiten soll es am Samstag aber vorbei sein. Denn sportlich kann sich Heynckes‘ Mannschaft keinen Ausrutscher mehr erlauben. In vier der letzten fünf Auswärtsspiele blieben die Bayern ohne Sieg, in der Tabelle ist der Rückstand zu Meister Borussia Dortmund auf vier Punkte angewachsen. „Wir haben noch elf Spiele. Da ist noch einiges zu korrigieren. Wir haben noch alle Optionen, auch wenn wir Punkte liegen gelassen haben, was wir uns eigentlich nicht erlauben können“, sagt Heynckes.

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