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Hertha kommt auch mit Rehhagel nicht voran

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11.03.2012

1. Bundesliga Hertha kommt auch mit Rehhagel nicht voran

In Überzahl verliert Berlin mit 0:1 gegen Köln – Schwache Offensive, unsichere Defensive.

Köln – „Ich konnte nichts sehen“, sagte Otto Rehhagel. „Ich saß 70 Meter weit entfernt“, erklärte der 73-Jährige zur Spielszene, die nach dem 0:1 (0:1) von Hertha BSC beim 1. FC Köln die Gemüter stark bewegte. „Es gab eine Rudelbildung“, erklärte Rehhagel. Die entscheidenden Details bei dem Handgemenge, das sich am Rande einer Schlägerei bewegte, seien ihm aber verborgen geblieben, meinte der Hertha-Trainer, der damit nicht allein stand im Stadion in Köln-Müngersdorf. Mit einer Gelb-Roten Karte für Lewan Kobiashwili verloren die Berliner in dieser Situation ihren Kapitän, in der die Kölner mit der zweiten Roten Karte für Lukas Podolski nach dem vorangegangenen Platzverweis für Mato Jajalo bestraft wurden.

„Kobi“, der erfahrene Georgier, wird Hertha am Samstag im Heimspiel gegen Bayern München fehlen. Die Lage für die Hertha, die trotz bester Torchancen und in Überzahl in der Schlussphase den Ausgleich nicht schaffte, spitzte sich wieder zu. Eine Woche nach dem 1:0 gegen Bremen und dem Ende der Serie mit zwölf Spielen ohne Sieg, das zur Hoffnung Anlass gab, fielen die Berliner durch Punktgewinne der Konkurrenten wieder auf den Relegationsplatz zurück. Auch mit Rehhagel, dem dritten Trainer nach Markus Babbel und Michael Skibbe in dieser Saison, kommt der Aufsteiger nicht entscheidend voran.

„Zum Schluss war es ein dramatisches Spiel. Wir sind hergekommen, um unbedingt etwas Zählbares mitzunehmen. Dies ist uns leider nicht gelungen“, sagte Rehhagel: „Sogar die besten Chancen aus wenigen Metern wurden leider nicht verwandelt.“ Kurz vor dem Abpfiff der hektischen Partie schoss Änis Ben-Hatira, nachdem er sich gut im Strafraum frei gespielt hatte, nur ans Außennetz (89.). Dann traf Raffael, der mit einer Freistoßflanke offenbar Adrian Ramos bedienen wollte, den Pfosten (90.). „Wir müssen einfach die Kirsche ins Tor knallen, dann schaut die Welt anders aus“, beklagte Verteidiger Christian Lell die Abschlusschwäche der Offensivspieler.

„Die Mannschaft hat sich unglaublich bemüht und gezeigt, dass sie auch weiterhin versuchen wird, das rettende Ufer zu erreichen“, sagte Rehhagel. Ob er etwas gegen die chronische Schwäche seiner Mannschaft tun kann, erscheint fraglich. Das Offensivspiel der Berliner lahmt, kreative Elemente sind Raritäten. Die Torchancen vor der Pause wurden von Flanken von Felix Bastians eingeleitet, bei den Roman Hubnik und Pierre-Michel Lasogga Kölns Torhüter Michael Rensing mit Kopfbällen prüften. „Die erste Halbzeit gefiel mir gar nicht“, sagte Rehhagel. Zwei Viererketten stellte er auf, in der Abwehr und im Mittelfeld, aber die Defensive blieb löchrig. Beim Kölner Tor von Christian Clemens (36.) agierte die Abwehr unentschlossen. Milivoje Novakovic hätte mit vier Tormöglichkeiten allein eine sehr klare Entscheidung herbei führen können. Dreimal verfehlte der Slowene das Tor, einmal parierte Thomas Kraft großartig, als er den Kopfball von Novakovic gegen den Pfosten lenkte (53.).

Rehhagel änderte seine Personalentscheidungen zur Pause, als er Ben-Hatira und Ramos für Lasogga und Tunay Torun brachte. Etwas wenig mehr Drang nach vorne entstand in der Folgezeit. „Im Laufe des Spiels sind wir immer besser geworden“, sagte Rehhagel. Doch der entscheidenden Treffer gelang Hertha nicht mehr. Die Gefahr, dass aus dem Aufsteiger erneut ein Absteiger wird, nahm wieder zu.

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