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27.02.2010

Heinrich von “Unser Star für Oslo” kritisiert DSDS

Köln – Die Moderatorin der Musik-Casting-Show „Unser Star für Oslo“, Sabine Heinrich, hat die Konkurrenzsendung „Deutschland sucht den Superstar“ (RTL) kritisiert. „Wäre ich jetzt Mutter einer Kandidatin, über deren Oberweite sich Dieter Bohlen auslässt – ich weiß gar nicht, wie schnell ich auf der Bühne wäre“, sagte Heinrich dem Nachrichtenmagazin „Focus“. „Ich möchte nicht, dass über Siebzehnjährige so im Fernsehen geredet wird. Das geht unter die Gürtellinie.“ Ihr Co-Moderator Matthias Opdenhövel, antwortete in „Focus“ auf die Frage, welche Castingshow er seinen Kindern empfehlen würde: „Ich würde, wenn, die vom Papa vorschlagen. Alles andere würde ich verbieten. Man sollte sich schon auf das konzentrieren, was die Kandidaten musikalisch drauf haben und nicht darauf, wie oft sie in der Vergangenheit vor der Polizei weggelaufen sind.“

Heinrich und Opdenhövel suchen in sechs Shows bei ProSieben und zwei im Ersten den deutschen Beitrag für den Eurovision Song Contest. Eine Studie des Internationalen Zentralinstituts für Jugend- und Bildungsfernsehen in München zeigt unterdessen, dass Heidi Klum und Dieter Bohlen mit ihren Casting-Shows Jugendlichen eindeutige Karriere-Prinzipien vermitteln. Studienleiterin Maya Götz sagte „Focus“: „Casting-Shows geben vielen Jugendlichen das Gefühl, etwas für ihren Lebensweg mitzunehmen.“ Nach Ansicht von 60 Prozent der befragten Jugendlichen zeigt Klum genau, wie man sein muss, um Erfolg zu haben. 70 Prozent der Befragten finden die harte Kritik durch Dieter Bohlen an den Kandidaten „absolut gerechtfertigt“. Medienpädagogin Görtz sagte „Focus“: „Besonders unter Jungs ist Bohlen ein Symbol für Ehrlichkeit.“

Das gelte gerade für ältere Jugendliche: Unter den befragten 18- und 19-Jährigen stimmten 83 Prozent der Aussage zu, dass Bohlens Kritik fair sei, auch wenn er damit Kandidaten persönlich verletze. Für die Studie, die im Herbst als Buch erscheinen wird, wurden 1302 Schülerinnen und Schüler im Alter von neun bis 22 Jahren befragt. Medienwissenschaftler Bernd Schorb von der Universität Leipzig sagte „Focus“: „Viele Jugendliche durchschauen zwar die Inszenierung solcher Reality-Shows, doch mindert das nicht deren Bedeutung als Orientierungsmaßstab.“ Das in Casting-Shows vermittelte Karrierebild hält Schorb für bedenklich: „Die Shows forcieren die Ellenbogen-Mentalität.“

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© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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