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Heidelberger Druckmaschinen kündigt harte Einschnitte an

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17.01.2012

Unternehmen Heidelberger Druckmaschinen kündigt harte Einschnitte an

2.000 Stellen sollen gestrichen werden – Gebremstes Investitionsverhalten im vergangenen Quartal.

Heidelberg – Harte Einschnitte beim angeschlagenen Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck: Bis zu 2.000 Stellen sollen gestrichen werden, wie der Branchenprimus am Dienstag mitteilte. Der Stellenabbau ist Teil eines im November angekündigten Effizienzprogramms, das der Vorstand jetzt verabschiedet hat. Es soll den Konzern auf dem schwierigen Markt wieder in die Spur bringen und vor einem ähnlichen Schicksal wie beim insolventen Konkurrenten Manroland bewahren.

Besonders hart trifft es aller Voraussicht nach die Standorte am Firmensitz in Heidelberg und im nahegelegenen Wiesloch. Hier können laut dem Heideldruck-Vorstandsvorsitzenden Bernhard Schreier bis zu 800 Stellen wegfallen. Insgesamt sollen 1.200 Stellen in Deutschland in den Bereichen Produktion, Entwicklung, Verwaltung und Vertrieb sowie 800 Stellen im Ausland betroffen sein. Der Abbau sei noch nicht konkretisiert und solle in der kommenden Woche mit dem Betriebsrat besprochen werden, sagte Schreier.

Weiterhin plant Heideldruck Kapazitätsreduzierungen in der Produktion und eine Senkung der Vertriebs- und Servicekosten. Durch das Programm “Focus 2012″ sollen im Geschäftsjahr 2013/14 nachhaltige Einsparungen von 180 Millionen Euro erzielt werden. Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen soll dann bei rund 150 Millionen Euro liegen. Auch die für das Programm nötigen Einmalaufwendungen schätzt das Unternehmen auf bis zu 150 Millionen Euro.

Das Programm soll vor allem eine Reaktion auf die veränderten Marktbedingungen sein. Die gesamte Druckbranche hat unter anderem wegen der zunehmenden Digitalisierung mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Der Konkurrent Manroland hatte im November Insolvenz angemeldet. Derzeit deutet sich ein Bieterwettstreit um den drittgrößten Druckmaschinenherstellers an. Auch das größere Heideldruck konnte im Jahr 2009 nur mit Kreditlinien in Höhe von 1,5 Milliarden Euro gerettet werden.

Allerdings entwickelte sich die Branche nicht so, wie es die Heideldruck-Führung noch vor zwei Jahren erwartet hatte. “Wir hatten eine stärkere Erholung vorausgesagt”, sagte Schreier und fügte im Hinblick auf den Stellenabbau hinzu: “Das ist keine Spaßveranstaltung.” Weder die Aktionäre noch die Mitarbeiter könnten zufrieden sein.

Jetzt soll alles besser werden. Schreier sagte: “Der schwächeren Nachfrage in den Industrienationen steht ein stärkeres Wachstumspotenzial in den Schwellenländern gegenüber.” Mit dem “Focus”-Programm reagiere das Unternehmen, “indem wir vor allem die Produktionskapazitäten deutlich reduzieren und den Vertrieb an die regionalen Marktveränderungen anpassen”.

Die Kapazitäten in der Produktion will der weltgrößte Hersteller von Druckmaschinen um 15 Prozent reduzieren. Zudem sollen die Vertriebsaktivitäten gebündelt und Einzelmärkte restrukturiert werden.

Nach neun Monaten des aktuellen Geschäftsjahres (1. April bis 31. März) betrug das betriebliche Ergebnis vor Sondereinflüssen laut vorläufigen Zahlen minus 19 Millionen Euro nach minus 26 Millionen Euro im Vorjahr. Das Nettoergebnis werde ebenfalls negativ sein, aber den genauen Wert konnte Schreier noch nicht nennen.

Im dritten Quartal hätten sich die konjunkturellen Unsicherheiten allerdings bremsend auf das Investitionsverhalten in der Branche ausgewirkt und zu einer schwächeren Nachfrage geführt, teilte das Unternehmen mit. Beim vorläufigen Auftragseingang unterschreitet Heideldruck mit 640 Millionen Euro den Wert aus dem Vorquartal um 28 Millionen Euro, der vorläufige Umsatz liegt mit 630 Millionen Euro nur leicht unter den 636 Millionen Euro des Vorquartals.

Für das Gesamtjahr erwartet Schreier ein Umsatzvolumen, das mit 2,6 Milliarden Euro etwa auf Vorjahresniveau liegt. Bei dem stagnierenden Umsatz soll aber die Profitabilität in den kommenden Jahren durch die Maßnahmen gesteigert werden. 2012 kommt zudem die Branchenmesse drupa hinzu, von der sich der Konzern weitere Impulse erhofft.

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