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Havariertes Kreuzfahrtschiff im Schlepptau

© AP, dapd

28.02.2012

"Costa Allegra" Havariertes Kreuzfahrtschiff im Schlepptau

Drei Schiffe schleppen Kreuzfahrtschiff ab.

Nairobi/Rom – Die vor den Seychellen treibende „Costa Allegra“ ist am Dienstag von drei zu Hilfe geeilten Schiffen ins Schlepptau genommen worden. Das Kreuzfahrtschiff soll bis Donnerstag zur Hauptinsel Mahé gebracht werden. Ein zunächst geplanter Halt an der Insel Desroches am Mittwoch, wo die Passagiere von Bord gehen sollten, wurde aus logistischen und Sicherheitsgründen gestrichen, wie die Reederei mitteilte.

Nur sechs Wochen nach der Havarie ihres Schwesternschiffs „Costa Concordia“ war auf der „Costa Allegra“ am Montag ein Feuer ausgebrochen. Den Behörden zufolge wurde niemand verletzt, doch seither trieb das 187 Meter lange Kreuzfahrtschiff in den Piratengewässern vor den Seychellen. In der Region bestehe jedoch kein großes Risiko für einen Piratenangriff, erklärte ein Sprecher der Reederei Costa Crociere.

Die Schiffe – ein französisches Fischerboot und zwei Schlepper – sollen die „Costa Allegra“ begleitet von Küstenwache und Militär zum Hafen der Hauptstadt Victoria bringen. Das Schiff hatte am Samstag von Madagaskar abgelegt. Am Dienstag veröffentlichte Fotos zeigten Hunderte Menschen auf den Schiffsdecks. Wie es hieß, würden die Passagiere dort auch die Nacht verbringen anstatt in ihren Kabinen.

Passagiere aus der Luft mit Lebensmitteln versorgt

Wie die Reederei Costa Crociere am Dienstag mitteilte, sollte ein Hubschrauber zur „Costa Allegra“ fliegen, um die 636 Passagiere und mehr als 400 Besatzungsmitglieder mit Lebensmitteln, Satellitentelefonen und Kurzwellenradios zu versorgen. Darüber hinaus befanden sich Costa-Techniker und -Ingenieure auf dem Weg nach Mahé, um die „Allegra“ von dort aus der Luft zu erreichen.

Die „Costa Allegra“ trieb etwa 250 Seemeilen südlich der Seychellen. Das Feuer war am Montagvormittag in einem Maschinenraum im Heck ausgebrochen. Wodurch der Brand ausgelöst wurde, war zunächst unklar. Das Feuer verursachte jedoch einen Stromausfall, Licht und Klimaanlage fielen aus, die Schiffsmotoren wurden lahmgelegt. Generatoren hielten eine Notstromversorgung der Brücke und der Kommunikationsgeräte aufrecht.

Am 13. Januar war das ebenfalls zu der in Genua ansässigen Reederei Costa Crociere gehörende Schiff „Costa Concordia“ mit etwa 4.200 Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord vor der italienischen Insel Giglio havariert. Mindestens 25 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben, sieben weitere gelten noch als vermisst.

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