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Flughafen Berlin-Brandenburg International BER

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23.06.2013

Hauptstadtflughafen "BER" Mehdorn konkretisiert Pläne zur Teileröffnung

Widerstände aus der Politik weist der Manager zurück.

Berlin – Berlins Flughafenchef Hartmut Mehdorn hat seine Pläne für eine Teileröffnung des Airports BER konkretisiert. „Wir überlegen, zum Jahresende mit einem Probebetrieb am Pier Nord zu starten. Vielleicht nur mit zwei kleinen Airlines, 1.500 Fluggästen, sechs oder acht Flugzeugen am Tag“, sagte er dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. So könne man testen, wie etwa die Gepäckabfertigung funktioniere. „Ich persönlich glaube schlicht nicht, dass es möglich ist, BER von null auf hundert in einer Sekunde zu starten“, bekräftigte Mehdorn.

Widerstände aus der Politik weist der Manager zurück: „Das wird eine Entscheidung der Geschäftsführung sein und kein politischer Beschluss.“

Mehdorn warnt zudem vor einer Ausweitung des Nachtflugverbots, wie es sein Aufsichtsratschef, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck favorisiert. „Wenn ein Jet hier nicht um 22:25 Uhr landen kann, kommt er gar nicht“, sagt er. „Dann fliegt er nach Frankfurt oder Kopenhagen.“ Die Folge wäre, dass „Berlin ein regionaler Flughafen“ werde.

Überdies setzt sich Mehdorn weiter dafür ein, Tegel dauerhaft offen zuhalten: „Es gibt keine Hauptstadt dieser Welt, die nur zwei Landebahnen hat“, sagte er, man brauche Tegel „als Notfallreserve“. Nach 100 Tagen im Amt setzt sich Mehdorn kritisch mit der bisherigen Terminal-Sanierung auseinander. „Ich war mehr als überrascht, diesen Stillstand zu erleben, diese Schockstarre.“ Dass zwölf Monate lang praktisch nichts mehr passiert war, verstehe er auch nicht. Im Moment fühle es sich so an, „als ob man in einem Sportwagen sitzen würde. Mordslärm, Qualm, die Räder drehen durch – aber das Auto bewegt sich nicht“. Man müsse jetzt „den Gang einlegen und Geschwindigkeit aufnehmen“.

Wenig Verständnis zeigt er für die bisherige Brandschutz-Diskussion. „Die Gefahr des Ertrinkens ist größer“, so Mehdorn, als die Gefahr, im Airport zu verbrennen. „Die Sprinkleranlage ist flächendeckend verbaut. Wenn jemand eine Zigarette an die falsche Stelle hält, werden wir ordentlich geduscht. Dabei kann hier gar nichts brennen.“

Kritisch bewertet Mehdorn schließlich seinen Aufsichtsrat. „Es wird sehr im Detail diskutiert“, sagte er über das Gremium, was für ihn „gewöhnungsbedürftig“ sei: „Als Aufsichtsrat würde ich es anders machen.“ Ein Aufsichtsrat sollte sich um Grundsatzfragen kümmern, so Mehdorn. „Ich spüre ein großes Misstrauen, was ich nach den Erfahrungen der Vergangenheit aber auch verstehen kann“.

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