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26.03.2010

Haschisch-Legalisierung: Kalifornien stimmt ab

Sacramento/Wien – Kalifornische Bürger werden im November darüber abstimmen, ob Marihuana legalisiert werden soll. Ein Staatssekretär hat am Mittwoch bestätigt, dass die für den Antrag nötigen Stimmen – insgesamt 433.971 – in der San Francisco-Bay Area gesammelt wurden. Falls die Legalisierung durchgesetzt wird, dann wird der Golden State das weltweit liberalste Drogengesetz haben, berichtet die Zeitung SF-Gate. Das neue Gesetz soll jedem Bürger über 21 Jahren gestatten, bis zu einer Unze Marihuana – das entspricht rund 28 Gramm – zu besitzen und sogar anzubauen. Eine Abstimmung über die Legalisierung gab es bereits vor 40 Jahren. In anderen Bundesstaaten sind ähnliche Vorhaben gescheitert. Nach den Bundesgesetzen bleibt Marihuana allerdings weiterhin eine illegale Droge, deren Anbau, Vertrieb und Konsum verboten ist.

Autorisierter Verkauf erlaubt

„Derzeit gibt es keinen Staat der auch den Anbau von Marihuana für den persönlichen Gebrauch gestattet. Was aber total verschieden ist und international wohl für Aufsehen sorgen wird, ist die Tatsache, dass es natürlich auch autorisierte Händler geben wird“, meint Stephen Gutwillig, kalifornischer Direktor des Drug Policy Alliance Network. Unterstützt wird das Vorhaben auch von einem pensionierten Richter sowie verschiedenen Organisationen, die für eine Veränderung der derzeitigen Drogenpolitik auftreten. Insgesamt werden zehn Mio. Dollar für die Kampagne aufgestellt. „Bisher waren die meisten dieser Kampagnen finanziell schlecht aufgestellt und damit philantropisch“, meint Allen St. Pierre, Direktor der National Organization for the Reform of Marijuana Laws. Diesmal stehe auch die ganze Marihuana-Industrie dahinter.

Mariahuana als Medizin erfolgreich

Marihuana bezeichnet die getrockneten harzhaltigen weiblichen Blütenstände und Blätter der Hanfpflanze (Cannabis). Seit 1996 ist Cannabis in Kalifornien für den medizinischen Gebrauch zugelassen. In zahlreichen anderen Ländern wird die Pflanze ebenfalls als Arzneimittel genutzt. Allerdings unterliegt es als Medikament dem Betäubungsmittelgesetz. „Cannabisprodukte werden von vielen Menschen mit unterschiedlichen chronischen Erkrankungen nicht nur wegen der körperlichen Symptome wie Schmerzen, Übelkeit und Appetitlosigkeit, sondern auch zur Steigerung des Wohlbefindens bzw. zu messbaren antidepressiven Effekten eingesetzt“, so der Mediziner Kurt Blaas, Vorstand der ARGE Cannabis als Medizin.

Vielfältige Wirkungsbreite von Cannabis

„Eine Hanfplanze liefert zwischen 40 und 60 verschiedene Cannabinoide. Zwei der Substanzen, Dronabinol und Cannabidiol, werden in der Medizin angewendet“, so Blaas. Das Dronanbinol – auch Delta-9-THC genannt – ist ein aus der Pflanze gewonnener Wirkstoff, der sich für verschiedene Leiden anwenden lässt. „Die Substanz wirkt muskelrelaxierend, beruhigend, stimmungsaufhellend, appetitanregend, übelkeitshemmend, schmerzstillend, bronchienerweiternd und augeninnendrucksenkend“, so Blaas.

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