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Jobcenter in Halle

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27.12.2012

Studie Hartz-IV-Risiko in Großstädten sehr unterschiedlich

München schneidet mit einer Qoute von 5,1% sehr gut ab.

München – Trotz des Abbaus der Jugendarbeitslosigkeit gibt es in Deutschland mehr als eine halbe Million 15- bis 24-Jährige, die ohne die staatliche Grundsicherung (Hartz IV) nicht leben können. Dies geht aus einer Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervor, die auf amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit beruht und der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstags-Ausgabe) vorliegt.

Das Risiko, von der staatlichen Hilfe abhängig zu sein, ist danach in den großstädtischen Regionen sehr unterschiedlich. In München benötigen laut der Untersuchung nur 5,1 Prozent dieser Altersgruppe Hartz IV. Keine andere Metropole schneidet so gut ab. Auf den Plätzen zwei bis vier folgen Dresden mit einer Hilfequote von 9,6 Prozent, die Stadtregion Aachen (10,0) und Nürnberg (10,2 Prozent).

Bundesweit waren Mitte diesen Jahres 8,8 Prozent aller Menschen von 15 bis 24 Jahren Hartz-IV-Empfänger. Unter den 14 untersuchten Städteregionen war dabei der Anteil der Jugendlichen im Hartz-IV-System in Berlin am höchsten. In der Hauptstadt bezog im Juli fast ein Fünftel (19,2 Prozent) der Jugendlichen die staatliche Leistung. An zweiter Stelle liegt Duisburg mit einer Hilfequote von 17,4 Prozent, noch vor Dortmund und Bremen.

Der DGB-Auswertung zufolge waren nicht alle 534.000 Hartz-IV-Bezieher im Alter von 15 bis 24 Jahren arbeitslos. Dies traf nur auf 300.000 zu. In der Untersuchung heißt es deshalb: „Das Verarmungsrisiko dieser Jugendlichen ist offensichtlich längst nicht immer Ausdruck nur eigener beruflicher Integrationsprobleme, sondern relativ oft auf das Fehlen existenzsichernder Arbeitsplätze der Eltern zurückzuführen.“

Hinzu kämen niedrigere Bildungschancen. So wird in der Analyse darauf hingewiesen, dass es an Hauptschulen dreimal öfter arme Schüler gebe. „Eltern armer Kinder entscheiden sich häufiger gegen weiterführende Schulen, weil ihre Kinder früher Geld verdienen sollen. Aber auch finanzieller Stress und familiäre Konflikte gehen schnell mit schulischem Versagen einher“, schreibt der DGB-Arbeitsmarktexperte Wilhelm Adamy in der Studie. So hätten 17 Prozent der arbeitslosen Jugendlichen im Hartz-IV-System keinen Schulabschluss.

Andere Untersuchungen zeigten, dass bereits ein Drittel der 18- bis 24-jährigen Hartz-IV-Empfänger Schulden habe. Erfolgsmeldungen beim Abbau der Jugendarbeitslosigkeit spiegelten die sozialen und beruflichen Herausforderungen der Jugendlichen deshalb nur unzureichend wider.

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