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Hapag-Lloyd-Chef Behrendt sieht unbefriedigendes Jahr voraus

© Michael Behrendt / Hapag-Lloyd

21.11.2011

Hapag-Lloyd Hapag-Lloyd-Chef Behrendt sieht unbefriedigendes Jahr voraus

Hamburg – Der Chef der Linienreederei Hapag-Lloyd, Michael Behrendt, sieht ein wirtschaftlich unbefriedigendes Jahr voraus. Der Preiskampf in der Containerschifffahrt setze Deutschlands größter Linienreederei zu. „Das gesamte Jahr wird für die Branche unbefriedigend sein“, sagte Firmenchef Michael Behrendt dem „Handelsblatt“.

„Wir haben genug zu tun, könnten auf vielen Routen sehr auskömmliche Preise erzielen. Stattdessen herrscht ein desaströser Preiskampf in der Branche.“ Manche schmissen das Geld aus dem Fenster. „Das ist so, als würde Apple ohne Not den Preis für iPhones senken“, sagt Behrendt.

Den Preiskampf angezettelt hat die weltgrößte Containerreederei Maersk aus Dänemark, die ihre führende Position gegen aggressive Wettbewerber wie MSC aus der Schweiz verteidigen will. Behrendt versucht, Hapag-Lloyd aus den Verwerfungen der Preisschlacht herauszuhalten. „Lieber verzichte ich auf zusätzliches Geschäft, das keinen Profit bringt, und wachse dafür schwächer als der Markt“, sagte er.

Die Hamburger transportierten in den ersten neun Monaten knapp vier Prozent mehr als im selben Zeitraum 2010. Laut Branchendienst IHS Global Insight soll aber 2011 das Ladungsaufkommen weltweit um fast sieben Prozent zulegen. Für Behrendt sei entscheidend, Verluste zu vermeiden.

Weil nicht nur die Frachtraten einbrachen, sondern die Preise für Schiffsdiesel gegenüber dem Vorjahr um fast 50 Prozent zulegten, rutschten die Erträge in der gesamten Branche unter Null. Selbst Marktführer Maersk, der vor einem Jahr einen Milliardengewinn auswies, verbuchte im dritten Quartal 213 Millionen Euro Verlust. Um Hapag-Lloyd dieses Schicksal zu ersparen, hat Behrendt im Krisenjahr 2009 ein Sparprogramm aufgelegt, das etwa die Kosten für fremde Schiffe senkt, die Hapag-Lloyd für die Linienverkehre chartert.

„Pro Jahr sparen wir jetzt 1,1 Milliarden Dollar“, sagt er, „2011 kommen sogar noch einmal 100 Millionen Euro dazu.“ Der Firmenchef will so für die erwartete Trendwende gerüstet sein. „Wir werden eine gute Ausgangsposition haben, sobald die Frachtraten anziehen – und das müssen sie“, sagt er. Dann will er das „Geschäft wieder ausweiten“, sagte er dem „Handelsblatt“.

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