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Sebastian Vettel

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17.02.2013

Vettel Trostpreis ist nicht genug

Formel-1-Weltmeister Vettel erträgt Verlieren nur schwer.

Hamburg – Der dreimalige Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel hält sich selbst für einen schlechten Verlierer. „Egal ob in der Formel 1 oder sonst wo. Sogar beim Monopoly werde ich wütend, wenn es nicht so läuft“, sagte Vettel im „Spiegel“-Gespräch. „Grundsätzlich glaube ich aber, dass ein gesunder Ehrgeiz für mich wichtig ist. Ich gebe mich nie mit dem Trostpreis zufrieden.“

So habe auch die Niederlage im Kampf um die Weltmeisterschaft von 2009 dabei geholfen, ein Jahr später erstmals Champion zu werden. „Ich wollte unbedingt verstehen, warum es nicht zum Titel gereicht hatte. Ich suche in solchen Fällen mit meinem Team akribisch nach den Ursachen“, sagte der Pilot des Red-Bull-Rennstalls.

Nach dem Gewinn von drei Weltmeisterschaften nacheinander geht Vettel nüchtern mit seinem Erfolg um. „Vielleicht habe ich es bislang ja wirklich ein bisschen einfach gehabt. Aber ich versuche mir klarzumachen, dass es so nicht weitergehen muss“, erklärte der 25-jährige Rennfahrer im Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin. „Wer sich an Erfolg gewöhnt, für den ist er schnell vorbei.“

Hohen Erwartungen von außen trete er mit einem „Leitmotiv“ entgegen: „Ich bin nie so gut, wie die Leute manchmal sagen, aber auch nie so schlecht. Ich erlaube es mir nicht zu denken, boah, bist du toll. Ich brauche diese Balance.“

Um nach einer Formel-1-Saison zu entspannen, zieht sich Vettel konsequent zurück. „Ich genieße es, in der Winterpause zu Hause auf meinem früheren Bauernhof in der Schweiz zu sein, auszuschlafen und mir mein eigenes Frühstück zu machen.“ So regeneriere er am besten. „Für mich ist es Alltag, im Flieger zu sitzen, im Hotelbett zu übernachten oder morgens am Buffet zu stehen. Darum sehne ich mich nach Ruhe.“

Von sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter hält sich der 25-Jährige fern. „Es macht mich einfach nicht an. Ich sehe keinen Sinn darin, mich in jeder Minute der Welt mitzuteilen. Ich lege viel mehr Wert auf persönlichen Kontakt.“

Kritisch sieht Vettel die immer strengeren Verhaltensregeln für Rennfahrer – er war im Vorjahr vom Automobil-Weltverband gerügt worden, auf dem Siegerpodium „Fuck up“ gesagt zu haben. „Einerseits wird uns vorgeworfen, wir seien keine Charaktertypen mehr. Aber wenn jemand mal so redet, einen draufmacht, Bier trinkt oder eine Zigarette raucht, wird er niedergemacht. Sofort geht es um die Welt, das Internet muss ja ständig gefüttert werden“, so Vettel.

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