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Halfpipe: Snowboarder aus Passau sorgt für Stimmung

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15.01.2012

Snowboard Halfpipe: Snowboarder aus Passau sorgt für Stimmung

Johannes Höpfl hat einen ganzen Fantross mit zu den Jugendspielen gebracht.

Innsbruck – Entlang der 180 Meter langen Halfpipe nicken Jugendliche mit dem Kopf. Sie lehnen lässig an den Begrenzungszäunen der Strecke, während aus den Boxen der Außenanlage alte Rap-Songs von den Fugees wummern. Derweil katapultieren sich die Snowboarder mit Saltos, Drehungen und Grabs meterhoch aus der Pipe. Sie kämpfen bei den ersten Olympischen Winterjugendspielen in Innsbruck um die ersten Medaillen.

Im Zuschauerblock am Ende der Bahn jubeln rund 600 Zuschauer den Extremsportlern zu. Viele schwenken Nationalfahnen. Neben den USA ist Deutschland stark vertreten. Allein die Familie des Passauers Johannes Höpfl hat sechs Fahnen mitgebracht. “Wir sind fast nervöser als er”, sagt sein Onkel Georg, der mit den Eltern und der Großmutter des Passauers im Fanblock steht. Auch zahlreiche Freunde und sein ehemaliger Trainer warten an der Strecke, um ihn anzufeuern. Einige von ihnen sind extra mit dem Campingbus angereist. “Die Unterstützung ist einfach großartig”, sagt der 16-jährige Höpfl.

Der höchste Wintersportort Österreichs

Und im Kühtai, der mit 2.020 Metern Seehöhe höchstgelegene Wintersportort Österreichs, passt auch seine Leistung in der Halfpipe. Bei minus 15 Grad reichen ihm im Halbfinale einige souveräne Sprünge wie der Frontside 720, einer 720-Grad-Drehung, um als Zweiter das Finale zu erreichen.

“Als ich gestartet bin und die Sonne so langsam in die Pipe kam, das war ein unglaubliches Gefühl”, sagt Höpfl, der bereits mit fünf Jahren das erste Mal auf dem Snowboard stand. Eigentlich filmt sein Vater ihn fast immer bei seinen Läufen. Doch dieses Mal lässt er die Kamera vorerst weg – der erste Olympia-Start seines Sohnes ist einfach zu aufregend.

Viele leichte Stürze

Dass sich die Snowboarder in diesem Wettbewerb viel vorgenommen haben, zeigen die Ergebnisse der Vorläufe und Halbfinals mit vielen leichten Stürzen. So scheiterte der zweite deutsche Starter Linus Birkendahl bereits in der Qualifikation. “Ich bin total enttäuscht, dass ich diese riesige Chance verpasst habe”, sagt der 16-Jährige und vermutet: “Vielleicht lag es an meiner Nervosität.”

Wie Birkendahl sind viele der Boarder schon in den Vorläufen hohes Risiko gegangen. Dabei tat sich besonders der Amerikaner Ben Ferguson hervor. Er hatte bereits beim Aufwärmtraining neue Maßstäbe gesetzt und einen Doppel-Flip, eine Art doppelten Rückwärtssalto mit Drehung, gestanden. “Ich denke, er wird der einzige bleiben, der diesen Sprung zeigt”, sagt der deutsche Halfpipe-Cheftrainer David Selbach über den für diese Altersklasse ungewöhnlichen Trick. “Damit ist einfach ein sehr hohes Risiko verbunden.”

Höpfls Lieblingssprung sind dagegen der Frontside 720 oder 1080 – je nach Risikobereitschaft. Für ihn ist das Finale in der Halfpipe “ein super Erfolg”, wie sein Trainer sagt. Und egal, wie er in seiner zweiten Disziplin, beim Slopestyle-Wettbewerb am Donnerstag, abschneidet: “Wir sind unglaublich stolz auf ihn”, sagt sein Onkel Georg.

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